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Neuss
Stadtverwaltung prüft Standorte für neue Warnsirenen

Neuss. Um Bürger im Ernstfall besser warnen zu können, will die Stadt Neuss wieder auf die klassische Sirene zurückgreifen. Mit Landesmitteln lässt sie derzeit prüfen, an welchen Stellen die sogenannten Heuler installiert werden können. Wie die Stadt mitteilt, soll nach der laufenden Analyse auch geklärt sein, wie viele Sirenen genau benötigt werden. Im neu eingeführten Brandschutz-, Hilfeleistungs- und Katastrophenschutzgesetz (BHKG) des Landes NRW, das zum 1. Januar in Kraft getreten ist, wird Kommunen empfohlen, auf das laustarke Warnsignal zurückzugreifen. Pflicht ist es jedoch nicht.

"Die Stadt Neuss hat sich aber schon vor dem neuen BHKG mit der Thematik beschäftigt und ist zu dem Entschluss gekommen, dass es sinnvoll ist, wieder auf Sirenen zu setzen", sagt Feuerwehrdezernent Matthias Welpmann, der die Rückkehr zu den Sirenen "ausdrücklich begrüßt".

Nach Ende des Kalten Krieges wurden die Sirenen in vielen deutschen Städten abgeschafft. "Man war der Meinung, dass sie nicht mehr benötigt werden. Das sieht man mittlerweile anders, weil es immer noch die effektivste Methode ist, Menschen zu warnen. Schließlich hat man nicht immer das Radio oder das Handy an", sagt Welpmann. Den Zeitpunkt, wann mit der Installation der Sirenen begonnen wird, kann er noch nicht nennen: "Das festzustellen, ist Teil der Analyse. Es wird aber sicher kein Prozess sein, der fünf Jahre dauert."

Ältere Sirenen, die noch mechanisch betrieben wurden, waren in der Wartung kostspielig. Dies sei laut Welpmann bei den neueren Modellen nicht mehr der Fall. Sie seien günstiger und auch lauter, so dass weniger Sirenen als früher benötigt werden. Darüber hinaus funktionieren die klassischen Warnsignale "autark" - können also unabhängig vom IT-System der Leitstelle betätigt werden. Somit können Bürger auch etwa bei einer Computervirus-Attacke, wie sie Mitte Februar das Lukas-Krankenhaus getroffen hat, bei Gefahren gewarnt werden.

(jasi)
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