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Michael Schmuck Und Stephan Meiser
Start-up-Beratung schärft den Blick für die digitale Zukunft

Neuss. Michael Schmuck, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Neuss, und Stephan Meiser, Direktor für Kommunikation, auf der Expo Real.

Herr Schmuck, das kürzlich veröffentlichte "Mittelstandsbarometer" weist erneut ein Allzeithoch aus. Bestätigt sich diese Entwicklung auch mit Blick auf das Geschäft mit der Sparkasse Neuss?

Michael Schmuck Ja. Wir wachsen im gewerblichen Kreditgeschäft weiter um aktuell gut vier Prozent. Dabei verteilt sich diese erfreuliche Entwicklung auf viele unterschiedliche Branchen. Gleichzeitig ist das Zahlungsverhalten gut. Damit bestätigt unser Eindruck aus dem täglichen Kundengeschäft das sehr gute Ergebnis der Studie.

Megatrend Digitalisierung: Dienstleistungen im Netz ergänzen und verdrängen das Filialgeschäft. Wie reagiert die Sparkasse Neuss?

Schmuck Mit einer besonderen Multikanal-Strategie. Das heißt, wir setzen nach wie vor auf individuelle Beratung und den Vorteil des mit Abstand dichtesten Filialnetzes im Rhein-Kreis Neuss und sind zusätzlich persönlich auf allen Kommunikationskanälen für unsere Kunden erreichbar. Entscheidende Erfolgsfaktoren sind zum einen unser sicheres und einfaches Onlinebanking-Angebot inklusive Sparkassen-App für das Smartphone. Immer mehr Produktabschlüsse sind bei uns online möglich. Zum anderen unser mit eigenen, qualifizierten Mitarbeitern besetztes Mediales Kundencenter. Es ist an jedem Tag der Woche, also auch samstags und sonntags, nicht nur per Berater- Chat sondern auch telefonisch erreichbar. Alle gängigen Anliegen, für die man bisher den Weg in eine Filiale antreten musste, können dort direkt erledigt werden - auch ohne Internet.

Der Rhein-Kreis bemüht sich, ein attraktiver Standort für Start-ups zu werden. Was müssen Start-ups mitbringen, um einen Kredit von der Sparkasse zu bekommen?

Schmuck Vor allem eine überzeugende Geschäftsidee und einen validen Business-Plan. Auch dabei spielt das Thema "Digitalisierung" eine wichtige Rolle. Es geht zum Beispiel um die Frage, ob eine uns vorgestellte Geschäftsidee angesichts der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung zukunftsfähig erscheint oder nicht. Gefordert sind hier längst auch traditionelle Branchen wie das Handwerk. Wer sein Auto heute zur Inspektion bringt, weiß, welche Rolle ein Tablet bei der technischen Diagnose spielt und Architekten oder Dachdecker, die Flächen mit einer ferngesteuerten Drohne exakt aufmessen, sind ebenfalls schon Realität. Im Rahmen unserer Start-up-Beratung lenken unsere Spezialisten den Blick daher ganz bewusst in eine zunehmend digitale Zukunft, um den Kunden dauerhaft erfolgreich zu machen.

Nach einer Studie des Kreditmarktplatzes "creditshelf" und der TU Darmstadt rechnen zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland mit erschwerten Finanzierungsbedingungen - auch durch steigende Bürokratie. Was unternimmt die Sparkasse, um nicht Gegenstand solcher Kritik zu werden?

Schmuck Mit einem Kreditvolumen in Höhe von 5,1 Milliarden Euro, das entspricht gut 80 Prozent unserer Bilanzsumme, zählen wir schon heute zu den kreditintensivsten Sparkassen und Banken nicht nur im Rheinland. Die Tendenz ist weiter positiv und vor dem Hintergrund unserer soliden betriebswirtschaftlichen Basis können und wollen wir unser Engagement für Kunden weiter ausbauen. Zum Stichwort "Bürokratie": Das Einreichen der benötigten Unterlagen hat sich gut eingespielt und die Abläufe funktionieren reibungslos.

Unternehmen tun sich oft schwer, Fachkräfte zu finden und zu binden. Die Sparkasse setzt auf den Faktor "Unternehmenskultur" . Mit welcher Strategie und welchem Erfolg?

Schmuck Wir glauben an den Wirkungsmechanismus, dass zufriedene Mitarbeiter eine höhere Identifikation mit ihrer Tätigkeit besitzen und dass dadurch eine ganz besondere Motivation und Leidenschaft möglich wird, von der im Ergebnis unsere Kunden profitieren. Deswegen ist das Thema "Unternehmenskultur" für uns ein strategischer Erfolgsfaktor. Unsere Mitarbeiter arbeiten in den meisten Fällen über Jahrzehnte bei uns und haben uns im Rahmen einer anonymen Befragung Anfang des Jahres zu einem "Great Place to Work" gemacht, das heißt zu einem der besten Arbeitgeber Deutschlands.

Herr Meiser, Sie vertreten die Sparkasse Neuss seit mehr als 15 Jahren persönlich auf der Expo Real. Mit welchem Ziel?

Stephan Meiser Um das besondere Engagement der Sparkasse für die Entwicklung der heimischen Region sichtbar zu machen. Dieses Engagement ist zentraler Bestandteil der Marke "Sparkasse Neuss" und unterscheidet uns erheblich von anderen Kreditinstituten. Vor Ort geht es um die Koordinierung unserer Arbeit mit unseren Trägern und den weiteren Standpartnern wie zum Beispiel der IHK oder den Stadtwerken. Gemeinsam und im persönlichen Gespräch wollen wir Unternehmen, die sich für eine Investition in der Region interessieren, mit schnellen und einfachen Lösungswegen erfolgreich machen: Von der Genehmigung über die Energieversorgung bis hin zur Finanzierung.

Was hat sich seit Ihrer ersten Messeteilnahme verändert und wie beurteilen Sie den gemeinsamen Messeauftritt von Stadt und Rhein-Kreis?

Meiser Der gemeinsame Messeauftritt von größeren Wirtschaftsräumen oder - regionen hat sich mit der Zeit verstärkt. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass auch das regionale Umfeld in einem wachsenden Radius von Unternehmensansiedlungen profitieren kann. Deswegen beurteile ich den gemeinsamen Messeauftritt positiv. Er entspricht auch der guten Zusammenarbeit, die unsere Sparkasse mit allen Wirtschaftsförderern im Rhein-Kreis verbindet.

FRANK KIRSCHSTEIN STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: NGZ
 
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