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Neuss
Steuerfahndung - Nickel setzt die Korpsführer in Kenntnis

Neuss. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt zwar nicht gegen die Komiteemitglieder Thomas Nickel und Robert Rath und damit gegen den Bürgerschützenverein, wohl aber eine Schwerpunkt-Abteilung der Staatsanwaltschaft Wuppertal. Das bestätigte Wolf-Tilman Baumert auf Anfrage. Es gehe, so der Oberstaatsanwalt, um den "Verdacht des Verstoßes gegen die Abgabenordnung". Details unterlägen dem Steuergeheimnis.

Die Ermittlungen sind Ausfluss eines seit 2014 laufenden Korruptionsverdachts-Verfahrens, das sich gegen die Stadtwerke und ihren ehemaligen Geschäftsführer richtet und nach Baumerts Darstellung noch immer nicht abgeschlossen ist. In diesem Zusammenhang gerieten auch die Sponsoring-Aktivitäten der Stadtwerke in den Fokus der Ermittler.

"Der Verein verpachtet Werbeflächen an die Agentur h1", erklären Schützenpräsident Nickel und Schatzmeister Rath in einer mit ihrem Anwalt abgestimmten Stellungnahme. Mit der versuchen sie die Konstruktion zu erklären, die den Ermittlern nun verdächtig erscheint. Demnach schließt die Agentur Sponsorenverträge mit Interessenten ab. 85 Prozent des Überschusses der Agentur aus diesen Verträgen werden als Pachtertrag an den Neusser Bürger-Schützen-Verein abgeführt. "Dieses Geschäftsverhalten des Vereins ist steuerlich nicht zu beanstanden, soweit die Einschaltung der Werbeagentur nicht dem Zweck der Verdeckung von Eigengeschäften des Vereins dient. Dies ist nicht der Fall", betonen beide schriftlich.

Der Verein wende dieses Modell schon seit Jahrzehnten an, ohne dass dies von Steuerbehörden beanstandet worden wäre. Die Agentur sei unabhängig und renommiert, "ein Umgehungsgeschäft war weder geplant, noch hat es stattgefunden".

Seine Sicht der Dinge schilderte Nickel am Mittwochabend dem Komitee und den Korpsführern. Die Ermittlungsakten konnten die Beschuldigten noch nicht einsehen. Nickel hält die Vorwürfe jedoch für "völlig unbegründet".

(-nau)
 
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