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Neuss
Stimme des Eifelvereins verstummt

Neuss: Stimme des Eifelvereins verstummt
Harald Heckers starb im Alter von 72 Jahren. FOTO: F. de Fotograf
Neuss. Harald Heckers war mit dem Spielkreis vielerorts ein gern gesehener Gast.

Auf dem Holzheimer Friedhof wurde gestern Vormittag Harald Heckers beigesetzt. Der Wahl-Neusser, der die Stimme des "Sing- und Spielkreises" im Neusser Eifelverein war und mit diesem jährlich mehr Auftritte absolvierte, als die Profis in der Branche, starb im Alter von 72 Jahren. Schon seit Wochen mussten sich die Musiker ohne ihre einzige Singstimme behelfen, nun stehen sie vor der Frage, wie es ohne Harald Heckers überhaupt weitergehen soll.

Vor 20 Jahren stieß Heckers zum Kreis des Eifelvereins. Mehr zufällig, wie er sagt. Aber er widmete sich dem Verein mit Hingabe, gehörte lange dem Vorstand an, organisierte Sommerfeste und Adventsfeiern. Seine Bestimmung aber fand der Opernfan im Kreis der Musikanten. "Harald Heckers war ein geselliger Mensch", sagt der Vereinsvorsitzende Karlheinz Irnich. "Und er hatte eine mitreißende Art, Volks- und Wanderlieder anzustimmen." Sie sind das Kernrepertoire des Spielkreises, der damit nicht zuletzt bei den Vereinen und in den Altenheimen der Region gern gesehener Gast ist. Aber Heckers, der seinen ersten Solo-Auftritt schon im zarten Alter von 13 Jahren hatte, hatte mehr drauf - und wäre fast Opernsänger geworden. Aber er lehnte Anfang der 1980er Jahre ein Angebot aus Salzburg ab, weil er als alleinerziehender Vater anderen Dingen mehr Bedeutung gab.

Heckers, den der Eifelverein mit einer der höchsten Auszeichnungen bedachte, wurde gestern auch von Vereinskameraden begleitet. Viele aber hatten sich schon vorher von ihm verabschiedet. Und es war rührend mitzuerleben, wie sich die Mitglieder um diesen Mann kümmerten, als er plötzlich todkrank wurde.

(-nau)
 
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