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Neuss
Stipendium für begabte Migranten

Neuss. Der Rhein-Kreis unterstützt Liana Gukezheva und Claude Ngatchou.

Wenn es eines Beweises bedarf, dass es Kinder von Migranten im deutschen Bildungssystem zu etwas bringen können - Liana Gukezheva vom Ersasmus-Gymnasium Grevenbroich und Claude Ngatchou vom Neusser Nelly-Sachs-Gymnasium haben ihn erbracht. Beide legten ihre Abiturprüfung mit einer Eins vor dem Komma ab und werden ab Oktober Politik beziehungsweise Jura studieren. Finanziell unterstützt werden sie dabei vom Rhein-Kreis, der den jungen Frauen ein Stipendium gibt und sie für maximal sechs Jahre mit 300 Euro monatlich fördert.

Die Idee, Studenten gezielt zu unterstützen, für die Deutsch nicht die Muttersprache ist, hatte der Kreis schon vor Jahren. Bisher sei man auch noch in keinem Fall enttäuscht worden, sagte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gestern bei einem Treffen mit den angehenden Studentinnen im Neusser Kreishaus. Im Gegenteil. Die erste Stipendiatin hat gerade ihr Examen gemacht, das, wie Eva Schmitt-Roth als Projektleierin "Migranten-Studium" und Begleiterin aller Stipendiaten betont, exzellent ausgefallen sei. Und den zweiten Stipendiaten - einen angehenden Lehrer - konnte sie dazu motivieren, auch "Deutsch als Fremdsprache" zu studieren, um Einwandererkindern wie Liana Gukezheva (19), die aus der Kaukasus-Republik Kabardino-Balkarien stammt, und der 1996 in Kamerun geborenen Claude Ngatchou über Sprachhürden helfen zu können.

Beide wurden unter insgesamt fünf von ihren Schulleitern vorgeschlagenen Bewerbern aber nicht nur ausgesucht, weil sie am Ende "eines steilen Bildungsweges", wie Schmitt-Roth ihre Laufbahn bezeichnet, ein tolles Abitur gemacht haben, sondern weil sie sich auch sozial engagieren. Dieses Kriterium nannte Rainer Schmitz, der Vorsitzende des Kreis-Schulausschusses, fast noch wichtiger. Während Gukezheva als Lotsin Ausländern den Weg durch die Schullandschaft in Deutschland erklärt, engagiert sich Ngatchou im Verein "Buntu-Bildung" in Bilk, der ausländische Kinder fördert, ihnen aber auch Freizeitangebote macht.

(-nau)
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