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Neuss
Straßensperrungen für neue Kanäle

Neuss: Straßensperrungen für neue Kanäle
Die Preußenstraße wird in Kürze zur Großbaustelle. Die dortigen Kanalrohre müssen durch neue ersetzt werden. Die Busse fahren deshalb ab Donnerstag Umleitungen. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Dieses Jahr gibt es mehrere Großbaustellen. Im Klärwerk Neuss-Ost wird außerdem eine neue Technik erprobt. Von Susanne Genath

Vor 100 Jahren wurden die Schmutz- und Regenwasserkanäle auf der Preußenstraße verlegt. "Weil die Straße stark befahren ist, wird in so langer Zeit immer etwas undicht", sagt Johannes Steinhauer, der bei der Infrastruktur Neuss (ISN) den Bereich Betrieb und Entwässerung leitet. Aus diesem Grund werden die Leitungen in fünf Bauabschnitten durch größere Rohre ersetzt.

Auch die Gas- und Trinkwasserleitungen werden erneuert. Zwei Jahre sind dafür veranschlagt. Los geht es im Abschnitt zwischen Thywissenstraße und Konrad-Adenauer-Ring. Die Busse der Linie 842 fahren ab Donnerstag, 7. Januar, Umleitungen, denn die Preußenstraße wird für den Verkehr voll gesperrt.

Und das ist nicht die einzige Baustelle in der Quirinusstadt in diesem Jahr. Allein für die Erneuerung von Abwasserkanälen gebe die ISN über zwölf Millionen Euro aus, sagt Steinhauer, der außerdem beim städtischen Tiefbaumanagement für den Straßenunterhalt zuständig ist. Das Tiefbauamt investiere zusätzliche rund sechs Millionen Euro. "Wir werden also viel bewegen", kündigt er an. "Das werden die Neusser auf den diversen Straßen merken."

Aktuelle Kamera-Untersuchungen der alten Kanäle hätten an mehreren Stellen Handlungsbedarf erkennen lassen, "zum Beispiel, wenn Wurzeln in die Rohre wachsen". Manchmal reiche es aus - wie im Stadionviertel und in der Bolssiedlung -, schadhafte Bereiche durch das sogenannte Linerverfahren auszubessern. Hier werden neue, kleinere, Rohre in bestehende Rohre geschoben. "Allerdings haben die meisten alten Rohre schon jetzt einen zu geringen Durchmesser für die heutigen stärkeren und heftigeren Regenfälle, so dass sie irgendwann doch durch größere Rohre ersetzt werden müssen", sagt der ISN-Mitarbeiter.

Eine andere Großbaustelle wird auf der Römerstraße entstehen - unabhängig von den Überlegungen der Politiker, die Straße eventuell schmaler zu machen. "Wir werden die Kanäle dort definitiv sanieren. Wir wissen nur noch nicht, ob wir die Straße anschließend ein- oder zweispurig wiederherstellen müssen", erklärt Steinhauer. Auch auf Nordkanalallee, Augustinusstraße und Yorck-/Gneisenau-/Heerdter Straße investiert die ISN größere Summen. Hinzu kommen Kanal-Neuverlegungen für Neubauviertel wie in Holzheim oder Uedesheim.

Eine Besonderheit stellt die Investition in Höhe von 7,4 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren in die Kläranlage Ost dar. "Dort bauen wir eine vierte Reinigungsstufe ein, die auch Wasserverunreinigungen durch Medikamente beseitigen kann", erklärt Steinhauer. Bislang sei eine solche Spurenstoff-Elimination noch keine Pflicht. "Aber wir gehen davon aus, dass sie zur Vorschrift wird." Und so habe man die Gelegenheit beim Schopf gepackt, als einer der Vorreiter fast 70 Prozent der Ausgaben vom Land erstattet zu bekommen. Erste Versuche zur neuen Technik seien bereits 2015 gestartet. "Wir hoffen, Ende 2016 zum Ergebnis zu kommen, dass das System klappt und auch praktikabel ist." Eine andere Aufgabe gelte es für das Klärwerk Neuss-Süd zu lösen: Dort müsse der Stickstoffgehalt im geklärten Wasser verringert werden. "Weil die Erft künftig weniger Wasser führt, wäre die Stickstoffkonzentration im Fluss sonst zu hoch", erklärt Steinhauer.

Quelle: NGZ
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