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Neuss
Streit um Horremer Straße

Neuss. Der Bezirksausschuss beschloss den Abbau der verkehrsberuhigenden Pflanzkübel in der Ortsdurchfahrt. Das macht die Verwaltung so nicht mit, und die Anwohner laufen Sturm. Folge: Das Thema kommt zurück in den Ausschuss. Von Christoph Kleinau

Wie ein Stich in ein Wespennest hat der Beschluss des Bezirksausschusses Rosellen gewirkt, die zum Zweck der Verkehrsberuhigung aufgestellten Betonpflanzkübel wieder aus der Horremer Straße zu entfernen. Eine Flut von Briefen empörter Anwohner ist auf die Stadtverordneten eingestürzt, in denen von nichts geringerem als der Aufkündigung des Bürgerkompromisses die Rede ist. Da ist Dampf auf dem Kessel – und das bleibt wohl so bis Anfang Juni. Denn dann muss sich Bezirksausschuss noch einmal beraten. Grund: Der Planungsausschuss hatte das Thema gar nicht erst diskutiert, nachdem die Verwaltung grundsätzliche Bedenken gegen dieses Vorhaben angemeldet hatte. Nach einem Abbau, so fasst Franz Kolbecher als Leiter des Amtes für Verkehrslenkung zusammen, würde nichts mehr den Verkehr bremsen. Der würde zwar flüssiger laufen, doch auf Sicht, so ist Kolbecher überzeugt, würden sich wieder die Verkehre durch die Ortsdurchfahrt wälzen, die am umgeleitet hoffte.

Der Streit in der Sache ist längst auch ein Politikum im Ort. Denn die Grünen, die im Bezirksausschuss alleine gegen den Vorschlag votiert hatten, erfassten rasch die Stimmungslage vor allem der Alteingesessenen und brachten ein Flugblatt in Umlauf. "Wir lehnen die ungebremste Durchfahrt der Horremer Straße ab."

"Ein dramatisch aufgebauschtes Flugblatt", schimpft Hans-Peter Fantini (FDP) in einem Schriftwechsel, spricht von Information mit unwahren Behauptungen. Und auch Ingo Stolz (SPD) geht mit dem Grünenchef Michael Klinkicht als Urheber des Flugblattes nicht zimperlich um. "Klinkicht ist ein Brunnenvergifter weil er verzerrte Informationen in die Öffentlichkeit bringt."

Die Schärfe im Ton erklärt sich aus der langen Vorgeschichte der Verkehrsberuhigung dieser Durchgangsstraße. Die war, als Kreisstraße 30 und Kuckhofer Straße als Ortsumfahrung fertig gestellt worden war, kurzzeitig für den Verkehr gesperrt worden. "Für zwei Wochen, zur Probe", erinnert sich Kolbecher. Diese Sperrung aber wurde nicht aufrecht erhalten. Ein Problem: Die Neubürger im Baugebiet Allerheiligen A wurden zu Umwegen gezwungen, sie in den Ortsmittelpunkt wollten. 2004 wurden die Pflanzkübel als Teil eines Kompromisses aufgestellt, seitdem auch Geld in Einbauten – etwa am Kindergarten – investiert. Die Straße selbst ist für den Durchgangsverkehr gesperrt – für Anlieger aber weiter geöffnet. Und das sind nicht nur all jene, die inzwischen mit Allerheiligen B dazu gekommen sind, sondern auch alle, die bei Rewe oder Aldi im Ort einkaufen wollen.

Quelle: NGZ
 
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