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Neuss
Studenten stellen im Grafik-Kabinett des Clemens-Sels-Museums aus

Neuss. Zum Abschluss der aktuellen Ausstellung von Paul Schwer im Clemens-Sels-Museum realisiert der Künstler gemeinsam mit 14 Studenten seiner Klasse von der Kunstakademie Münster eine Gemeinschaftsausstellung. Diese haben sie eigens für den Grafikraum konzipiert, und sie umfasst Malerei, Skulptur und Installation ebenso wie Zeichnung, Druckgrafik, Video und Performance. "Paleotopie - Früher war alles immer besser" ist der Titel.

Paleotopie ist eine Wortschöpfung, die aus Paleozän und der Endung -topie besteht. Mit diesem Kunstwort erschafft die Klasse Schwer einen fiktiven Ideenraum, in dem das Frühere als utopisch positiv eingeschätzt wird. Das Paleozän beschreibt begrifflich einen Zeitraum aus der Erdgeschichte, der vor rund 66 Millionen Jahren begann und etwa vor 56 Millionen Jahren endete. Aktuell wird mit dem Wort Paleo beziehungsweise Paleodiät eine Form der Ernährung propagiert, bei der auf Nahrungsmittel verzichtet wird, die es in der Frühgeschichte noch nicht gab. Der menschliche Verdauungsapparat sei, so die Vorstellung, den modernen Lebensmitteln nicht angepasst.

Diese Ideologie scheint absurd, da zwar auf Milchprodukte und Getreide verzichtet wird, dafür aber eine kultivierte Banane aus Mittelamerika für einen europäischen Konsumenten als Paleo eingestuft werden kann. Eben jene Absurdität in Rückbesinnungen, Nostalgien oder Natürlichkeitsdoktrinen und die Idee von einem positiven Zustand in der Vergangenheit interessieren die Studierenden der Klasse Schwer an der Kunstakademie Münster. In ihrer multimedialen Ausstellung die Studierenden diesem Phänomen nach.

Die offizielle Eröffnung findet am Montag, 3. Oktober, ab 11.30 Uhr parallel zur Finissage der Ausstellung von Paul Schwer statt. Die Finissage umfasst eine gemeinsame Performance von Inga Krüger, René Haustein und Paul Schwer. Parallel dazu richtet das Kulturforum Alte Post am Montag (3.) von 11 bis 18 Uhr die Finissage seiner aktuellen Ausstellung "horror vacui" der Künstlergruppe "deckkraft" aus.

Quelle: NGZ
 
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