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Neuss
TaS profiliert sich mit Theater und Musik

Neuss. Nach drei Jahren als künstlerischer Leiter des Theaters am Schlachthof sieht Markus Andrae das Haus auf Erfolgskurs. Er will auch in der nächsten Saison bei einer Mischung aus Theater, Musik und Kabarett bleiben. Von Helga Bittner

Ihren Gesichtern ist anzusehen, dass sie zufrieden sind. Wenn Markus Andrae, künstlerischer Leiter des Theaters am Schlachthof (TaS), und Dennis Prang, Sprecher des Hauses, über die neue Spielzeit sprechen, dann können sie das auf der Basis guter Zahlen und Erfolge. 234 Veranstaltungen hat die freie Bühne in der vergangenen Saison angeboten (inklusive 22 Stunk-Sitzungen) und damit 22 292 Zuschauer (Stunk: 7412) gegenüber 19 390 bei 221 Veranstaltungen in der Saison 2013/14 erreicht. Das TaS war damit zu 78 Prozent ausgelastet (2013/14: 70 Prozent), beim Stunk waren es gar 100 Prozent (99 Prozent im Vorjahr).

"Wir haben uns kontinuierlich steigern können", sagt Andrae, "und stellen auch fest, dass unser Konzept nach drei Jahren richtig greift." Die Mischform Kabarett/Theater komme ebenso gut an wie Musik/Theater. Das in Neuss spielende Stück "Fiese Matenten" und das Musiktheater "Swing mit dem Feuer" seien Publikumsmagneten gewesen, sagt der TaS-Chef. Und mit Blick auf die jetzt schon vorliegenden Vorbestellungen für die Wiederaufnahme in dieser Saison ergänzt Prang: "Das sieht weiter gut aus."

Kein Wunder also, dass der neue Spielplan daran anknüpft. Das TaS startet mit einem neuen Neuss-Stück von Andrae, das rund um den Botanischen Garten spielt. Der Autor weiß, wovon er schreibt: "Ich wohne in der Ecke", sagt er schmunzelnd, hat in seinem Stück "Lieblingsplatz" Fragen wie "Wem gehört die Stadt?" mit allgemeinen Themen wie Digitalisierung und Sexualität im Alter verknüpft. Im Mittelpunkt steht ein älteres Ehepaar, das verlorene Gemeinsamkeiten erst wieder im Kampf um den Botanischen Garten entdeckt.

Dass bei der nächsten Premiere mit Kafkas Stück "Verwandlung" zugleich ein Abi-Thema auf den Spielplan steht, sei aber nur Zufall, sagt Andrae. Das Stück ist eine Kooperation mit der Theaterfabrik Düsseldorf und werde für die Neusser Präsentation komplett überarbeitet. Andrae ist auch der Regisseur der Inszenierung (ab 26. Oktober). Für Kinder gibt es drei neue Produktionen: "Die Schneekönigin" in einer Fassung von Dennis Palmen als Weihnachtsmärchen, "Der kleine Prinz" in der Regie von Marika Rockstroh ab Januar und "Pinguine auf der Scholle" von Judith Binias ab März. "Die Studentin und Monsieur Henri" von Yvan Calbérac in der Regie von Sven Post ab Februar komplettiert das Tableau der Sprechtheater-Produktionen.

Auch im Musiktheater gibt es eine Neuheit. "Égalité!" heißt das Stück von Jasper Sand, das an die Erfolge von "Swing" anknüpfen soll und sich um die Geschichte der Frauenrechte dreht. "Es spielt in zwei Zeiten", sagt Andrae, "während der Französischen Revolution und heute." In Richtung Klassik geht es dagegen in einer Arbeit des Schauspielers Berthold Kastner: "Er macht einen Beethoven-Abend", sagt Andrae, "ich bin gespannt, wie die TaS-Besucher auf Klassik reagieren."

Auch die "Rathauskantine" des TaS-eigenen Kabaretttrios wird wieder geöffnet. Aber nur mit drei Programmen - wegen der früh startenden Karnevalsession. Zudem geht die "Rathauskantine" auf Tour an den Niederrhein: 15 Vorstellungen wurden verkauft.

Mit der "Hausmusik" startet zudem ein neuer Musikversuch am TaS: Harry Heib und Timo Bader sind die Köpfe dahinter, die später auch Gäste von außen präsentieren werden. "Aber vor allem solche, die auch ihr Einzelprogramm bei uns zeigen", sagt Andrae. Vervollständigt wird das Programm von diversen Lesungen.

Quelle: NGZ
 
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