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Neuss
Taschendieb stiehlt 90-Jähriger ihre gesamte Rente

Taschendiebstahl  in Neuss : 90-Jähriger werden 2000 Euro gestohlen
Die 90-Jährige und ihre Begleitung im Gespräch mit Thomas Gilleßen von der Polizei Neuss. FOTO: Polizei Neuss
Neuss. Eine 90-jährige Neusserin wurde Mitte Juni von einem Unbekannten beraubt. Im Rahmen einer Aktionswoche machte die Polizei den tragischen Fall jetzt öffentlich.

"Wenn die Rente da ist, hole ich sie ab und komme den ganzen Monat damit aus", so beginnt die Geschichte einer Neusserin, die am 12. Juni Opfer eines Taschendiebstahls in der Neusser Innenstadt wurde. 2000 Euro erbeutete der Täter damals aus ihrer Handtasche, die Familie musste einspringen und der 90-Jährigen - deren Name nicht genannt werden soll - finanziell helfen. "Ich denke oft daran und schlaft seither schlecht", sagte die Frau über die Tat.

Drei Tricks von Taschendieben

Wie jeden Monat war sie montags zu ihrer Bank an der Michaelstraße gegangen, begleitet von einer 63-jährigen Bekannten, die ihr bei Besorgungen im Alltag hilft. Nachdem die Frau sich schließlich am Bankschalter die große Summe Bargeld hatte auszahlen lassen, gingen beide zurück zum Parkhaus. "Im Fahrstuhl hat sich ein Mann an mir vorbeigedrängt", berichtet die Seniorin, "beim aussteigen haben wir dann bemerkt, dass der Geldumschlag aus der Tasche verschwunden war." 

Die Frauen hätten den Täter noch flüchten sehen und sofort die Polizei alarmiert. Die folgende Fahndung nach dem etwa 45 bis 50 Jahre alten und circa 1,85 Meter großen Mann blieb jedoch bis heute erfolglos. 

So schützen Sie sich vor Diebstählen FOTO: dapd, dapd

Das Taschendiebe davonkommen ist leider nicht ungewöhnlich. 654 Diebstähle wurden im vergangenen Jahr im Rhein-Kreis Neuss zur Anzeige gebracht - nur 6,7 Prozent der Fälle werden aufgeklärt. Auch deshalb informiert die Polizei Neuss aktuell in einer großen Aktionswoche ausführlich über präventive Maßnahmen gegen Taschendiebe.

"Grundsätzlich ist es nie ratsam, mit hohen Geldsummen in der Tasche unterwegs zu sein ", sagt Thomas Gilleßen, Leiter des Kommissariats für Opferschutz in Neuss. Sollte dennoch viel Geld abgehoben werden, sollten sich Kunden in einen sichtgeschützten Raum der Bank zurückziehen, rät der Experte. Die 90-jährige Neusserin will ihre Strategie hingegen grundsätzlich ändern. "Künftig werde ich nur noch kleine Beträge abheben", kündigt sie an. 

(cbo)
 
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