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Neuss
Taucher-Verein: Vorstand nach Krach neu sortiert

Neuss. Schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden prägen die Vertreterversammlung. Am Ende unterliegen die Kritiker. Von Christoph Kleinau

Durch den Tauchsportverein "Pulchra Amphora", der mit fast 600 Mitgliedern inzwischen zu den größten Clubs in Deutschland gehört, geht ein tiefer Riss. Auf der einen Seite steht der Vorsitzende Ulrich Ziegler, der bei einer fast schon erzwungen zu nennenden Vertreterversammlung am Donnerstag von zwei Dritteln der Mitgliedern in seinem Kurs bestärkt wurde. Auf der anderen Seite eine Gruppe um den bisherigen zweiten Vorsitzenden Udo Nießen und den Kassierer Thorsten Drescher, die zum Teil schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden und dessen Amtsführung erheben. Zwischen den Fronten: der Ehren- und Rechtsrat des Vereins. Dessen Sprecher Gerd Schwager, der zu den Vereinsgründern gehört, nennt die Vorwürfe gegen den Vorsitzenden zum Teil ehrenrührig. "Ich habe ihm geraten, eine Strafanzeige zu machen", sagt er.

In einem an Schwager gerichteten Brief vom 21. Februar ist von Satzungsverstößen des Vorsitzenden die Rede, von einsamen Entscheidungen Zieglers, aber auch von Chaos bei der Vermietung und Vermarktung des Wassersportzentrums am Sandhofsee, das der Verein im Sinne aller wassersporttreibenden Vereine vorfinanziert und gebaut hat. Aber es ist auch von einer "schwarzen Kasse" die Rede -die in einem Schreiben an das Amtsgericht zur (angeblich nicht zu prüfenden) "Handkasse" wird. "Stimmt so nicht", sagt Schwager zu den Vorwürfen, die alle im Ungefähren bleiben würden. Auch auf Nachfrage hätten die Kritiker am Donnerstag nichts Substanzielles vorgebracht. "Stimmt nicht" ergänzt auch Ziegler. zum Kernvorwurf. Die Kassenführung sei "lupenrein", überprüft, und schon im August sei dem Vorstand Entlastung erteilt worden.

Bei jener Vertreterversammlung wurde beschlossen, noch 2015 eine außerordentliche Versammlung einzuberufen, bei der "Abberufung des Vorstandes und Neuwahl" aber auch die Klärung steuerrechtlicher Probleme auf der Tagesordnung stehen sollte. Denn die Ziegler-Kritiker sahen die Gemeinnützigkeit des Vereins gefährdet - und an der wiederum würden Zuschüsse der Stadt hängen, erklärt Thorsten Drescher.

Ende November erinnert eine Gruppe um Wilhelm Conrads den Vorstand eindringlich an diese Zusage, Anfang Dezember versuchte sie, diese mit Hilfe des Amtsgerichtes zu erzwingen. Doch das wurde nicht tätig, wie Gerichtssprecher Kai Krüger erklärt, weil Ziegler schon die Versammlung von Donnerstag avisiert hatte. Das Ergebnis kommentiert Conrads nicht mehr.

Ziegler wurde das Vertrauen ausgesprochen, zur Wahl stand er nicht. Neuer zweiter Vorsitzender ist Benedikt Leusch, neuer Kassierer Heike Rosemund-Zimmermann.

Quelle: NGZ
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