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Serie - Meine Ausbildung (12)
Techniker sorgen für angenehmes Klima

Serie - Meine Ausbildung (12): Techniker sorgen für angenehmes Klima
Sebastian Wensky schraubt an einem Gerät, für das fast alle bei hochsommerlichen Temperaturen dankbar sind: Er wartet als angehende Kältetechniker die Klimanalage. FOTO: Anja Tinter
Neuss. Sebastian Wensky macht eine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik. Täglich ist er auf Baustellen unterwegs, dort muss er auch mal körperlich mit anpacken können. Im Sommer herrscht bei seiner Firma Hochbetrieb. Von Christian Kandzorra

Der Betrieb Steigen die Temperaturen an, sind sie stark gefragt: Klimaanlagen. Nicht nur die sollten gut funktionieren, wenn es draußen heiß wird. Auch Kühlschränke, Kühltheken und andere Kälteanlagen müssen gerade dann reibungslos laufen. Doch gekühlt wird das ganze Jahr über: In privaten Haushalten ebenso wie in Gewerbe- oder Industriebetrieben. Wie entsprechende Geräte fachgerecht montiert und repariert werden, lernt der 24-jährige Sebastian Wensky.

Er absolviert bei der Kapellener Firma Schmitz eine Berufsausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik und startet jetzt ins zweite Lehrjahr. "Im Sommer herrscht bei uns Hochbetrieb", sagt Wensky, auf den täglich neue Herausforderungen warten. Denn der Arbeitsalltag besteht nicht nur aus Neuinstallationen, sondern auch aus anspruchsvollen Reparaturen im Kundendienst.

Bewerbung Wer sich für eine Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik bewerben möchte, sollte technisch sehr interessiert sein. "Wichtig ist, dass man technische Abläufe nachvollziehen kann", sagt Sebastian Wensky, in dessen Arbeitsalltag auch körperlicher Einsatz gefragt ist. Denn: Je nach Bestimmung können Klimasysteme sehr schwer sein - und auch auf der Baustelle muss er mit anpacken können.

Bewerber müssen also bereit sein, sich auch körperlich zu betätigen. Ein bestimmter Schulabschluss hingegen ist keine Pflicht. "Wir achten allerdings auf gute Noten in naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathe oder Physik", sagt der kaufmännische Projektleiter Frank Zehnpfennig. Weil die Mechatroniker immer wieder im direkten Kontakt mit dem Kunden stehen, sei außerdem ein gepflegtes Erscheinungsbild und ein freundliches Auftreten Grundvoraussetzung.

Ausbildung Sebastian Wensky lernt seinen Beruf dreieinhalb Jahre lang. "Mich interessiert in erster Linie der technische Teil", sagt der Kapellener, der jeden Morgen zu Fuß zur Arbeit geht. Sein Tag beginnt meist gegen 7.30 Uhr und endet gegen 16.30 Uhr. In dieser Zeit fährt er mit ausgebildeten Mechatronikern zu den Baustellen. "Ich wurde von Beginn an ins Betriebsgeschehen einbezogen", erzählt der 24-Jährige. Er hat vor seiner Ausbildung vier Jahre lang Informatik studiert.

Im Ausbildungsalltag arbeitet er seinen Kollegen zu, zieht Rohre, schließt Anlagen an, führt den Kondensat-Ablauf vom Innenraum nach außen oder verbindet einzelne Komponenten der Kälte- oder Klimaanlagen miteinander. Das Anschließen der Anlagen bereitet ihm am meisten Spaß.

Auf einer Baustelle ist er je nach Auftragsgröße meist mehrere Stunden im Einsatz. "Es gibt aber auch Projekte, an denen wir mehrere Wochen beschäftigt sind", sagt er. Vergütet wird die Ausbildung im ersten Lehrjahr mit 565 Euro, im zweiten 576, im dritten 651 und im vierten 688 Euro brutto pro Monat.

Berufsschule Sieben bis achtmal pro Jahr wird der Auszubildende blockweise am Berthold-Brecht-Berufskolleg in Duisburg unterrichtet. "In meiner Klasse sind ausschließlich Mechatroniker für Kältetechnik", sagt Sebastian Wensky. Der Unterricht sei relativ elektrobezogen, doch auch Fächer wie Wirtschaft oder Montage- und Instandhaltung ständen auf dem Stundenplan.

Zukunft Der Beruf hat Zukunft. "Immer mehr Menschen legen großen Wert auf Komfort. Oft gehören Klimaanlagen dazu", sagt Projektleiter Frank Zehnpfennig. Deshalb werden ausgebildete Mechatroniker für Kältetechnik von vielen Firmen gesucht. "Noch gibt es zu wenige Mechatroniker."

Quelle: NGZ
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