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Serie Mint-Unternehmen Stellen Sich Vor
Techniker sorgen für mehr Aroma im Tee

Serie Mint-Unternehmen Stellen Sich Vor: Techniker sorgen für mehr Aroma im Tee
Sie sind die Zukunft des Traditions-Unternehmens Teepack (v. l.): die Industriemechaniker Eduard Wölke, Rebecca Schilberg und Cüneyt Peynirci stellen die Teebeutel-Verpackungsmaschine "Perfecta" richtig ein. FOTO: anja tinter
Neuss. Das Unternehmen Teepack ist mit dem Doppelkammerteebeutel bekannt geworden. Die Firma macht sich fit für die Zukunft - und bildet Nachwuchs für den Eigenbedarf aus. Viele der Mechaniker reisen den fertigen Maschinen zur Montage hinterher. Von Christian Kandzorra

Rhein-Kreis Tee gehört zu den beliebtesten Getränken der Deutschen. Statistiken belegen, dass jeder Bundesbürger durchschnittlich 26 Liter Tee pro Jahr trinkt. Die meisten machen sich ihren Tee selbst - und greifen auf klassische Teebeutel zurück. Eine Teebeutel-Variante, die in Deutschland gängig ist, ist die des sogenannten Doppelkammerteebeutels. Der Vorteil: Die Fläche dieses Beutels ist doppelt so groß und er gibt damit deutlich mehr Aroma an das heiße Teewasser ab als die einfache Variante. Erfunden wurde der Doppelkammerteebeutel von der Firma Teepack in Meerbusch, die dort seit 1948 Verpackungsmaschinen für Teebeutel herstellt. Rund 240 Mitarbeiter zählt das Traditions-Unternehmen, das zur Teekanne-Gruppe gehört. Etwa zwei Drittel arbeiten in einem technischen Beruf.

Die Industriemechaniker und Mechatroniker müssen bei der Herstellung der Einzelteile und der Montage der Maschinen jede Menge Fingerspitzengefühl an den Tag legen. "Bereits in der Ausbildung lernen unsere Mitarbeiter, sehr präzise zu arbeiten - teilweise bis auf hundertstel Millimeter", sagt Ausbildungsleiter Sascha Martin. Aktuell lernen 16 junge Menschen ihr Handwerk bei Teepack. Sie lernen dort die Grundlagen der Metalltechnik. "Wir setzen unsere Auszubildenden schnell auch in den einzelnen Fachabteilungen ein", erzählt Ausbildungsleiter Martin. Die Nachwuchskräfte sollten so früh wie möglich an entsprechende Maschinen herangeführt werden, schließlich bilde Teepack in erster Linie für den Eigenbedarf aus.

Für jede freie Ausbildungsstelle erhält Teepack nach eigenen Angaben bis zu 40 Bewerbungen. Große Schwierigkeiten, die Stellen zu besetzen, hat das Unternehmen also nicht. "Die Ausbildung hat bei uns einen hohen Stellenwert. Wir sprechen gezielt junge Menschen zum Beispiel auf Berufsschulmessen oder Tagen der offenen Tür an", erklärt Bettina Nolte-Ernsting, die bei Teepack für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Damit stellt sich das Unternehmen, das etwa 70 Prozent der benötigten Einzelteile für die Teebeutel-Verpackungsmaschinen selbst herstellt, für die Zukunft auf. "Einige Mitarbeiter, die früher selbst ihre Ausbildung zum Beispiel als Industriemechaniker bei uns gemacht haben, fliegen den fertigen Maschinen heute hinterher, um die Endmontage am jeweiligen Zielstandort zu begleiten", berichtet Sascha Martin.

Interessant: 95 Prozent der in Meerbusch hergestellten Spezial-Maschinen werden in große Teeregionen in Amerika, Russland, Asien oder andere Staaten und Kontinente exportiert. "Insgesamt 3000 unserer Teebeutel-Verpackungsmaschinen sind weltweit im Einsatz", sagt Bettina Nolte-Ernsting. Sie würden über See verschifft und von Teepack am Zielort fertig montiert.

Die Technik der Maschinen hat das Meerbuscher Unternehmen in den vergangenen Jahren so weit optimiert, dass inzwischen bis zu 420 Filterbeutel pro Minute von einer Maschine geformt, befüllt, mit Etikett versehen und in einem Pappkarton verpackt werden können. Zum Vergleich: Die ersten Modelle, die in den 1950er Jahren bei Teepack vom Band liefen, konnten nur 120 Beutel pro Minute fertig verpacken.

Quelle: NGZ
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