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Serie Meine Ausbildung (20)
Technologe ist spezialisiert auf Vollpappe

Serie Meine Ausbildung (20): Technologe ist spezialisiert auf Vollpappe
Im Arbeitsalltag stellt Azubi Dennis Volland die Maschinen für jede Verpackung neu ein. Die Pappe wird gestanzt, bedruckt und später in Form gebracht. Das erfordert technisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen. FOTO: l. berns
Neuss. Dennis Volland macht eine Ausbildung zum Packmitteltechnologen. Er lernt, wie aus blanker Pappe anschauliche Verpackungen werden, die Lebensmittel und Haushaltsprodukte schützen. In der Branche werden Fachkräfte gesucht. Von Christian Kandzorra

Der Betrieb Wer im Supermarkt unterwegs ist, sieht sie in jedem Regal: Papp-Verpackungen, in denen Lebensmittel und andere Dinge geschützt, transportiert oder präsentiert werden. Viele dieser Verpackungen aus Vollpappe werden im Neuss-Uedesheimer Werk des irischen Unternehmens "Smurfit Kappa" hergestellt, das zu den größten Papp-Verpackungsherstellern der Welt zählt. Rund 100 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, dazu zählt auch Dennis Volland aus Norf. Der 21-Jährige macht bei "Smurfit Kappa" eine Berufsausbildung zum Packmitteltechnologen und durchläuft jetzt das dritte Lehrjahr. Er lernt, wie aus blanken Papp-Bögen anschauliche Kartons werden.

Bewerbung Wer sich für den Beruf des Packmitteltechnologen (früher Verpackungsmittelmechaniker) interessiert, sollte technisch interessiert sein. "Denn während der Ausbildung arbeite ich auch in der Instandhaltungswerkstatt, in der Maschinen repariert und gewartet werden", sagt Dennis Volland. Außerdem erfordere die Arbeit an den einzelnen Produktionsanlagen ein gutes Verständnis technischer Abläufe sowie räumliches Vorstellungsvermögen. "Schließlich müssen wir die Anlagen für jede Verpackungsart individuell einstellen."

Grundvoraussetzung für den Berufsstart ist der Hauptschulabschluss. "Wichtig sind gute Noten in den Fächern Deutsch und Mathe. Denn im Arbeitsalltag müssen unsere Mitarbeiter auch in der Lage sein, etwa Volumen zu berechnen", erklärt Personalreferent Hans-Dieter Oversberg. Auszubildende sollten auch die Bereitschaft mitbringen, sich körperlich zu betätigen.

Ausbildung Dennis Vollands Berufsausbildung dauert drei Jahre. "Ich wurde schnell mit ins Betriebsgeschehen einbezogen", erzählt der 21-Jährige. Er war durch Zufall auf den eher unbekannten Beruf des Packmitteltechnologen aufmerksam geworden. "Ich habe mich gefragt, woher die vielen Verpackungen stammen, die jeder Mensch im Alltag nutzt. Und dann habe ich mich beworben", erinnert sich Volland. Sein Arbeitstag beginnt oft früh am Morgen. "Ich lerne während meiner Ausbildung verschiedene Bereiche und Maschinen kennen, die die Pappe stanzen, bedrucken und in Form bringen", erzählt der Norfer, dem dabei selten langweilig wird. "Denn die Kartons, die wir produzieren, sind sehr unterschiedlich."

Das Werk in Neuss hat sich in erster Linie auf die Herstellung von Obst- und Gemüsekartons sowie auf die Produktion von Waschmittel-Verpackungen spezialisiert. "Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr etwa 36.000 Tonnen Pappe verarbeiten werden", sagt Ausbilder und Produktionsleiter Torsten Tegeler. Angehende Packmitteltechnologen lernen neben der Maschinen-Instandhaltung in der Fabrik auch, mit Metall umzugehen. "Zum Beispiel, wie man richtig bohrt und feilt", sagt Dennis Volland, der von einem abwechslungsreichen Beruf spricht. Er habe ein gutes technisches Verständnis - und kein Problem damit, auch körperlichen Einsatz zu zeigen.

Berufsschule Einmal pro Woche besucht der Auszubildende das Berufskolleg Kartäuserwall in Köln. In seiner Klasse werden ausschließlich Packmitteltechnologen unterrichtet. "Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Technologie, Technisches Zeichnen oder Wirtschaftslehre", sagt Volland.

Zukunft Die Verpackungsindustrie sucht Fachleute, die sich mit der Produktion gut auskennen. Später können Packmitteltechnologen unter anderem auch in der Sack- und Briefumschlagindustrie arbeiten.

Quelle: NGZ
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