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Neuss
Telekom kündigt Breitbandausbau an

Neuss. Rund 32.000 Haushalte in Neuss und Kaarst sollen profitieren und schneller im Netz surfen können. Von Andreas Buchbauer

Die Telekom baut ihr Netz im Vorwahlbereich 02131 bis Ende 2016 aus. Das teilte der ehemalige Staatskonzern gestern mit. Vom Breitbandausbau für schnelles Internet sollen rund 32.000 Haushalte in Neuss und Kaarst profitieren. In der Quirinus-Stadt handelt es sich um die Orte Reuschenberg, Holzheim, Grefrath, Grimlinghausen, Selikum, Uedesheim, Weckhoven, Lanzerath, Löveling, Stüttgen sowie die Furth. Beim Netzausbau setzt die Telekom auf die sogenannte Vectoring-Technik. Dabei handelt es sich um eine Art Datenturbo für das VDSL-Netz. Laut Unternehmensangaben verdoppelt sich das Tempo im Vergleich zum bisherigen VDSL-Anschluss beim Download auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s), beim Upload soll es sich auf bis zu 40 MBit/s vervierfachen.

Ganz ohne Hintergedanken dürfte die Groß-Investition der Telekom, die bei knapp vier Millionen Euro liegt, nicht getätigt werden. Sie kann durchaus als Kampfansage an das Unternehmen "Deutsche Glasfaser" verstanden werden, das im Neusser Süden ein flächendeckendes Glasfasernetz nach dem "Fiber To The Home"-Prinzip (FTTH) anbietet und weitere Orte auf der Agenda hat. Als FTTH bezeichnet man das Verlegen von Glasfaserleitungen bis in das Haus beziehungsweise die Wohnung des Anschlussinhabers. Das Netz der "Deutsche Glasfaser" soll Geschwindigkeiten von mindestens 100 MBit/s beim Up- und Download ermöglicht werden. Allerdings gibt es eine Ausbau-Bedingung: 40 Prozent der Haushalte müssen das Netz nutzen. Marco Westenberg, NRW-Verantwortlicher der "Deutsche Glasfaser", erklärt dies mit Verweis auf die hohen Kosten für den Breitbandausbau.

Zwar setzt auch die Telekom auf Glasfaser - jedoch nicht wie beim FTTH-Prinzip bis in die Wohnung. Vielmehr werden rund 56 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt - sie führen jedoch in 116 Multifunktionsgehäuse, die neu aufgestellt beziehungsweise technisch aufgerüstet werden. Von dort aus werden die Daten dann via Kupferkabel ins Haus beziehungsweise die Wohnung des Anschlussinhabers weiter übertragen. Dies nennt man "Fiber To The Curb"-Prinzip (FTTC).

Mit einem solchen Netzausbau hat die Telekom bereits in anderen Städten auf den Markteintritt der "Deutsche Glasfaser" als neuem Akteur reagiert. Ähnlich war es zum Beispiel in der Innenstadt von Wegberg: Als die "Deutsche Glasfaser" dort aktiv wurde, investierte die Telekom in den flächendeckenden Ausbau des VDSL-Netzes. Auch in Grevenbroich hat der ehemalige Staatskonzern sein VDSL-Netz ausgebaut, nachdem die "Deutsche Glasfaser" dort mit seinem Angebot aktiv wurde.

Quelle: NGZ
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