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Neuss
THW probt Hochwasser-Ernstfall

Neuss: THW probt Hochwasser-Ernstfall
Helfer des THW proben den Ernstfall: Es droht Hochwasser und die Deichtore - hier am Wendersplatz - müssen geschlossen werden. FOTO: Jan Sperling
Neuss. Der Technische Hilfsdienst ist für die Schließung der Deichtore zuständig. Von Ute Böhm

Das ist doch beruhigend: Wenn der Rhein Hochwasser führt, sind die Deichtore schnell geschlossen und die Neusser erst einmal vor dem Wasser sicher. Damit das wie geplant funktioniert, trainierten Helfer des THW den Ernstfall am Deichtor 13 am Wendersplatz. Durch eine Vereinbarung mit der Stadt, die den Hochwasserdienst stellt, sind die THWler damit betraut, die Tore im Hammfeld im Erstfall zu schließen.

Technisch ist das keine schwierige Herausforderung für die Helfer. Die Holzbalken, die für diesen Zweck im Bauhof bereitliegen, werden in die Öffnungen der Hochwasserschutzmauer eingelassen. Der Zwischenraum wird dann mit Sand verfüllt und zusätzlich mit Folien und Sandsäcken abgedichtet. Mit rund 20 Helfern waren die Fahrzeuge des THW angerückt, damit möglichst alle einmal gesehen haben, was zu tun ist. Für ein Tor wie das am Wendersplatz, hinter der Rennbahn, würden normalerweise nur fünf Helfer und maximal zwei Stunden Zeit gebraucht, um die Arbeiten zu erledigen. "Ich war selbst überrascht, wir schnell die Jungs das erledigt hatten", erklärte Michael Langer von der THW Ortsgruppe Neuss.

Die Tore in den Hochwasserschutzanlagen sind durchnummeriert. Wenn der Pegel des Rheins bedrohlich wird, muss zuerst das Tor in Uedesheim verschlossen werden. Das geschieht bei einem Pegelstand von 10,10 Metern. Danach werden die Tore der Reihe nach abgeriegelt, insgesamt gibt es 31. Das jetzt zu Trainingszwecken geschlossene Tor Nummer 13 wäre bei einem Rheinpegel von 11,35 Metern dran.

Gebraucht werden die Anlagen nur selten. Auch Michael Langer kann sich nicht daran erinnern, dass in Neuss einmal die Deichtore verschlossen werden mussten. Dass ein Hochwasser die Neusser Innenstadt erreicht hat, war zuletzt in den 1920er Jahren der Fall. Ein Rheinhochwasser ist kein unvorhersehbares Ereignis. Da der Pegel des Stroms langsam steigt, gibt es auch Gelegenheit, Schutzmaßnahmen anlaufen zu lassen. "Zum Beispiel kann schon früh begonnen werden das Material an die Tore zu bringen, damit zügig gearbeitet werden kann, notfalls an mehreren Toren gleichzeitig", erklärt Langer.

Quelle: NGZ
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