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Nachruf
Trauer um Neusser "Außenminister"

Nachruf: Trauer um Neusser "Außenminister"
Karl Rüdiger Himmes war der "Mann für Internationales". FOTO: woi
Neuss. CDU-Politiker Karl Rüdiger Himmes starb während einer Slowenien-Reise. Von Christoph Kleinau

Uedesheim Wenn bilaterale Beziehungen zwischen Regierungen und Staaten Eiszeit haben, sind Städtepartnerschaften umso wichtiger, um den Dialog der Menschen über Grenzen hinweg nicht abreißen lassen. Von dieser Politik war Karl Rüdiger Himmes immer überzeugt. Diese Haltung machte ihn nicht nur zu einem Förderer der fünf Neusser Städtepartnerschaften, sondern trug ihm auch den Ehrentitel "Außenminister der Stadt" ein.

21 Jahre lang, bis Mitte 2014, leitete Himmes das Komitee für Partnerschaften und internationale Beziehungen, nun ist dieser Vorkämpfer für die Idee eines geeinten Europas verstummt. Im Alter von 76 Jahren starb der CDU-Politiker am Freitag überraschend bei einer Reise in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, wo er mit seinem Parteifreund und Nachbarn Rotger Kindermann an einem Kongress der Vereinigung europäischer Journalisten teilnahm.

"Er machte, was er am liebsten machte und was ihm am Herze lag: Er setzte sich auf einem Journalistenkongress für die Völkerverständigung ein", berichtet Thomas Schommers, Präsident der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft, die mit Himmes einen Förderer und ein Gründungsmitglied verliert. Mit ihrem Freiheitspreis, den die DAGN 2016 als höchste Auszeichnung stiftete und erstmals verlieh, ehrte sie das Lebenswerk von Karl Rüdiger Himmes und seinen Einsatz für die Städtepartnerschaft mit St.

Paul im US-Bundesstaat Minnesota. Auch andere erkannten dieses Engagement an. So wurde Himmes auch mit dem Bundesverdienstkreuz bedacht und trug den Leopolds-Orden des belgischen Königs. Wenn Rüdiger Himmes etwas anging, wenn er etwas zu seiner Sache machte, dann engagierte er sich, dann ergriff er Partei. Das galt auch in seiner Heimat Uedesheim, über die er zwei Bücher schrieb und wo er dem "Verschönerungsverein" vorstand oder sich als Vorsitzender des Ortsvereins im Deutschen Jugendherbergswerk gemeinsam mit Ehefrau Annemarie für die Jugendherberge im Ort einsetzte.

Seine eigentliche Leidenschaft aber waren Politik und internationale Beziehungen. Himmes wurde am 12. April 1941 in Düsseldorf geboren. Er studierte Anglistik, Romanistik und Philosophie und ergriff 1967 den Beruf des Lehrers, den er auch als Dozent des Goethe-Institutes in Lille oder Glasgow ausübte. Von 1979 bis zu seiner Pensionierung war er Lehrer an einem Dormagener Gymnasium. 1989 zog Karl-Rüdiger erstmals für die CDU in den Stadtrat ein, 22 Jahre gehörte er der Fraktion an.

In dieser Zeit war er als direkt gewählter Stadtverordneter der "Kümmerer" für Uedesheim, Vorsitzender des CDU-Ortsvereins und des Bezirksausschusses. Bei seiner Verabschiedung 2011 betonte der Parteivorsitzende Jörg Geerlings allerdings Himmes Arbeit im Sinne der Völkerverständigung. "Unser Mann für Internationales", nannte Geerlings seinen Parteifreund. Der stellte sich noch vor einem Jahr einer neuen Aufgabe und übernahm die Leitung des "Freundeskreises der Städtepartnerschaft" mit dem kroatischen Rijeka.

Quelle: NGZ
 
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