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Neuss
Über das Spiel in der Big Band zur Musikpädagogik gekommen

Neuss. Peter Damaschke hat in der Big Band des Marie-Curie-Gymnasium angefangen, heute steht vor seinem Pädagogik-Examen. Von Susanne Niemöhlmann

Im Leben von Peter Damaschke hätte alles ganz anders verlaufen können: Wenn nicht Patrick Arnold sein bester Freund gewesen wäre. Wenn die beiden Jungs nicht gemeinsam zum "Tag der offenen Tür" am Marie-Curie-Gymnasium gegangen wären. Wenn sie sich daraufhin nicht für das Band-Projekt angemeldet hätten. Und wenn sich nicht Musiklehrer Peter Gross schließlich noch dafür eingesetzt hätte, den Sextaner als E-Gitarristen in das Band-Projekt aufzunehmen - trotz fehlender Anmeldeformulare.

"Die müssen irgendwie verloren gegangen sein", erinnert sich Peter Damaschke - nur noch vage. So aber steht der inzwischen 24-Jährige nun kurz vor seinem Bachelor-Examen im Studiengang "Musikerziehung Pop" am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück, wo er auch das Projekt #stud.Music! leitet. Und würde am liebsten an der Neusser Musikschule unterrichten, dort, wo er seine ersten praktischen Erfahrungen gemacht hat.

Denn in seiner Familie spielt eigentlich niemand ein Instrument. "Ich kann mich daran erinnern, dass mein Vater mal eine E-Gitarre gekauft hat", erzählt er, "aber nach einem halben Jahr hat er sie wieder abgegeben." Na gut, die Großeltern in Polen spielten Cello beziehungsweise Harmonika, aber das prägte den Jungen kaum. Eher schon der Musikunterricht in der Grundschule. "Ich finde es bedauerlich, dass der Musikunterricht oft als erstes unter den Tisch fällt, weil er als 'nicht so wichtig' beurteilt wird", sagt der angehende Musikpädagoge, "gemeinsames Musizieren stärkt das Gruppengefühl und müsste viel mehr gefördert werden."

Großen Einfluss auf den damals Zehnjährigen hat, wie so oft, der beste Freund: Patrick Arnold, der sich inzwischen einen Namen als Jazzpianist gemacht hat. "Gemeinsam haben wird uns für das Big-Band-Projekt angemeldet, welches bereits ein Jahr lief: er für Klavier, ich für E-Gitarre", erzählt Peter Damaschke. Bis zum Abitur war er Teil der Bigband, gründete 2003 die Schülerband "Best friends".

Während der Studienvorbereitenden Ausbildung an der Musikschule Neuss gehörte er Formationen wie der Coverband "Sidewalk" von Ralph Bienioschek an oder "Jawosch", die aus einem Jazz-Workshop hervorging, schließlich "MVA" (Musikvollzugsanstalt) von Georg Corman. Aktuell verstärkt er die Band der Singer-Songwriterin Madeleine Marcheel, spielte auch schon bei "Handgepäck" mit, der Band des The-Voice-of-Germany-Teilnehmers Björn Carl. Sein Examenskonzert gab er mit der eigenen Rock-Pop-Formation "Buttler's".

Die Jahre in der Big Band am Marie-Curie-Gymnasium haben Spuren hinterlassen. "Der erste Song, den wir spielten, war 'Smoke on the water' von Deep Purple. Das ist bis heute meine Lieblingsband", sagt er schmunzelnd. Aber auch Jazz, der im Band-Projekt viel gespielt wurde, hört er gern. Wenn er zurückdenkt, sind es vor allem die Auftritte, die ihm im Gedächtnis geblieben sind, etwa beim Neusser Weihnachtsmarkt. Oder das Konzert beim Hansefest 2004, das er kurz nach einer Zahn-OP mit dick angeschwollenem Gesicht absolvierte.

"Als Schüler war ich total vernarrt ins Gitarrespielen", erzählt Peter Damaschke. Wann entschied er sich für die Musik als Beruf? Das weiß er noch ganz genau: "Das war wohl bei einer Aufführung des Musicals 'Jesus Christ Superstar' 2008. Da bin ich raus auf die Bühne und wusste: Das will ich machen!"

Die Bindung an Neuss ist auch während der Studienzeit in Osnabrück geblieben. Davon zeugt schon die Stadtfahne, die in seiner Studentenbude hängt. Und Familie und Freunde leben in Neuss, er selbst ist zudem Schütze.

Quelle: NGZ
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