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Neuss
Umbau des Botanischen Gartens ungewiss

Neuss. Verein der Freunde und Förderer kämpft um eine alte Platane. Ihr Erhalt gefährdet das Gesamtprojekt.

An der Bergheimer Straße werden in der kommenden Woche 22 Bäume gefällt, die einer Öffnung des Botanischen Gartens und der Bildung eines neuen Quartiersplatzes im Drekiönigenviertel im Wege stehen. Die meisten Bäume opfert auch der Verein der Freunde und Förderer des Botanischen Gartens gerne für dieses seit Jahren verfolgte Ziel. Doch um eine 90 Jahre alte Platane, die nach Wissen der Vereinsvorsitzenden Renate Tillmanns zu den ältesten Bäumen der denkmalgeschützten Gartenanlage gehört, will der Verein kämpfen. Hinweise aus dem Rathaus, dass das den Umbau um mindestens ein Jahr verzögern könnte, wertet der Verein als Versuch, Druck aufzubauen. "Wir lassen uns aber nicht erpressen", sagt Tillmanns.

Mit dem Amt für Denkmalpflege im Rheinland war auch die Entfernung der Platane bereits abgestimmt, betont Planungsdezernent Christoph Hölters. Jetzt hat er, weil sich der Förderverein erneut an die Denkmalschützer gewandt hat, für Dienstag noch einmal einen Ortstermin angesetzt. Bis dahin werde die Verwaltung untersuchen, ob das fertig geplante Vorhaben noch so abgewandelt werden kann, dass die Platane stehenbleiben könnte. Nach erster Prüfung sieht er allerdings schwarz. Der Baum, der wegen Sturmschäden vor zwei Jahren kräftig gestutzt werden musste, stehe mitten auf einem geplanten Weg und lässt auch den Bau einer Pergola, die den Übergang vom Quartiersplatz zum Botanischen Garten gliedern soll, kaum noch zu.

Dass die Platane weg muss, sei dem Förderverein nicht deutlich genug gesagt worden, klagt Tillmanns. Doch Hölters wehrt sich: "Das war immer Gegenstand des Plans" - und dieser samt erklärender Legende und Aussagen zu jedem einzelnen Baum in allen Gremien.

Der Wunsch zur Umgestaltung des Botanischen Gartens kam nicht zuletzt vom Förderverein. Der allerdings erschwerte die Umsetzung, als er ohne Not die Denkmalbehörde einschaltete, die den Garten unter Schutz stellte. Die Politik reagierte verärgert, Hölters aber musste ausloten, wie viel von den fertigen Plänen angesichts der Denkmalschutzauflagen zu retten ist. Das war erledigt, nun halst ihm der Verein ein weiteres Problem auf.

Entscheidet sich Dienstag, dass der Baum weg kann, würden "wir auch dann nicht aufgeben", sagt Tillmanns. Der Verein sei dazu da, Schaden vom Garten fernzuhalten.

(-nau)
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