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Und tschüss! Verlässt Maoam Neuss?

Neuss: Und tschüss! Verlässt Maoam Neuss?
Maoam: Das "fröhlich fruchtige Kaubonbon" wird seit 1982 in Neuss hergestellt. Von hier aus wird es an Naschkatzen auf der ganzen Welt geliefert. FOTO: Berns Lothar
Neuss. Maoam platzt aus allen Nähten. Der Bau einer neuen Halle soll das Problem entschärfen. Kann er es auch lösen? Von Christoph Kleinau

Der Wirtschaftsstandort Neuss hat in den zurückliegenden Monaten einige Rückschläge hinnehmen müssen. Die Firma Fischer Akkumulatorentechnik aus Hoisten, auf Sicherheitstechnik spezialisiert, wandert nach Grevenbroich ab. Der Paketdienst UPS verlagert Anfang 2017 seine Geschäftsführung nach Monheim. Und die Frage, ob die Firma Essertec weiter in Neuss produziert, ist völlig offen. In die Verhandlungen mit dem Lichtkuppel-Produzenten über eine mögliche Verlagerung in Neuss platzt nun die Nachricht, dass auch der Kaubonbon-Hersteller Maoam (Umzugs)-Pläne schmieden soll.

Ganz neu ist das nicht. Schon als der Verwaltungschef im Rathaus noch Herbert Napp hieß, waren Sondierungsgespräche über eine Aufgabe des Produktionsstandortes an Ruwer- und Moselstraße geführt worden. Ohne Ergebnis. Nun scheint die Raumnot so groß zu sein, dass die Verlagerung offenbar dringlicher denn je verfolgt wird. Die soll aber dem Vernehmen nach nicht den 2012 eröffneten Werkverkauf, das "Haribo-Outlet" an der Ruwerstraße, betreffen.

Der Werkverkauf bleibt auf jeden Fall an der Ruwerstraße. FOTO: woi

Sven Jacobsen bestätigt nur das nackte Platzproblem. "Wir wachsen kontinuierlich", sagt der Unternehmenssprecher der Firmengruppe Haribo, in der die Neusser Edmund Münster GmbH mit ihrem Spitzenprodukt Maoam im Jahr 1986 aufging. Als konkrete Reaktion auf diese Raumnot plant der Konzern eine Erweiterung am bestehenden Standort. "Es besteht die Notwendigkeit, eine neue Produktionshalle zu bauen", sagt Jacobsen knapp. Die Baugenehmigung liege vor, im Juni schon soll der Erweiterungsbau fertig sein. Zu den Investitionskosten macht das Unternehmen keinerlei Angaben - und zeigt sich auch sonst sehr verschlossen. Marktgerüchte, stellt Jacobsen klar, würden nicht kommentiert. Unternehmensphilosophie.

Die Investition am Standort steht nicht im Widerspruch zu weitergehenden Plänen. Dem Vernehmen nach soll das eine Sofortmaßnahme sein, um einen kurzfristigen Bedarf zu befriedigen - und sich mit dem Geld für die neue Halle auch etwas Zeit zu erkaufen. Das wäre ein Weg, den auch andere Unternehmen schon beschritten haben.

Bei der Sicherheitstechnikfirma Fischer war für den Umzug entscheidend, dass die Stadt keine geeigneten Flächen für eine Erweiterung anbieten konnte. Ein Problem, dass auch in der Politik schon mehrfach diskutiert und kommentiert wurde. Der in Vorbereitung befindliche Flächennutzungsplan soll dieses Problem entschärfen helfen. Die Ausweisung von Gewerbeflächen bleibt daher ganz oben auf dem Aufgabenzettel von Verwaltung und Politik - auch weil davon die die Frage abhängt, ob das Gewerbesteueraufkommen auf dem derzeit hohen Niveau gehalten werden kann.

Der Firma Essertec hat die Stadt Flächen im Gewerbegebiet Kreitzweg in Holzheim angeboten. Der Bebauungsplan für das Areal erlangt Anfang 2017 Rechtskraft. Es soll ein nachhaltiges, ein ökologisches Gewerbegebiet werden. Wäre das unter diesen Vorzeichen nicht auch ein guter Standort für den Lebensmittel produzierenden Betrieb Maoam? Denn der will angeblich zumindest im Rhein-Kreis ansässig bleiben.

Bürgermeister Reiner Breuer äußert sich nicht zu dem, was in regelmäßigen Gesprächen mit Maoam besprochen oder jetzt auf dem Nachrichtenmarkt gehandelt wird. Das seien interne Firmenangelegenheiten. Offiziell sagt er nur dies: "Maoam gehört zu Neuss - und das soll auch so bleiben."

Quelle: NGZ
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