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Neuss
Unkraut wuchert auf dem Hauptfriedhof

Neuss: Unkraut wuchert auf dem Hauptfriedhof
Verwilderte Stellen sorgen für Ärger auf dem Hauptfriedhof. Besucher fordern, dass die Stadt etwas gegen den Wildwuchs von Brennnesseln, Disteln und Giersch unternimmt. FOTO: woi
Neuss. Auf Gräbern und an Wegen wachsen Brennnesseln, Disteln und Giersch. Das Unkraut verteilt sich rasch und erschwert Friedhofsgärtnern die Arbeit. In stark betroffenen Bereichen sind Friedhofsbesucher über den Zustand verärgert. Von Andreas Buchbauer

Der Anblick stört Petra Gehrke schon lange. Regelmäßig schaut sie am Grab einer alten Schulfreundin auf dem Neusser Hauptfriedhof vorbei, durch den Eingang am Glehner Weg betritt sie das Areal dann stets. "Viele Gräber in diesem Bereich sind von Brennnesseln und Disteln überwuchert. Das sieht einfach nicht schön aus", sagt Gehrke. Mehr noch: Sie hat den Eindruck, dass sich das Bild des Neusser Hauptfriedhofs in den vergangenen Jahren verschlechtert habe - und die Stadt dagegen nichts oder zu wenig unternehme.

Im Rathaus weist man dies zurück. Michael Kloppenburg, Leiter des städtischen Presseamts, betont, dass die Stadt nicht so einfach einschreiten könne. "Es kommt immer wieder vor, dass sich Bürger bei der Friedhofsverwaltung beschweren, weil sich Nachbarsgräber in ungepflegtem Zustand befinden", sagt er. "Das Friedhofsamt wird dann auch tätig und schreibt die Mieter des Grabes - in der Regel sind es Angehörige oder gute Freunde der Verstorbenen - an und macht auf die Beschwerde aufmerksam." Innerhalb einer Frist von vier Wochen solle das Grab dann auf Vordermann gebracht werden. Allein: Oft verpufft die Wirkung des Schreibens und das Grab sieht auch Wochen danach noch ungepflegt aus. "In diesem Fall erfolgt ein weiteres Schreiben", sagt Kloppenburg.

Aber Papier kann eben ziemlich geduldig sein. Wird das Grab weiterhin nicht auf Vordermann gebracht, werden kleine Schilder mit dem Hinweis zur Grabpflege auf die letzte Ruhestätte gestellt. Hilft das auch noch nicht, folgt ein Aushang. Immer wieder werden neue Fristen gesetzt - und das bedeutet: Zeit verstreicht, das Unkraut wächst.

Michael Kloppenburg verweist auf die rechtliche Lage. "Wir können nicht einfach so eingreifen, schließlich handelt es sich bei einem Grab um ein Mietobjekt", sagt er. Um es zu verdeutlichen, wählt er einen Vergleich. "Ein Vermieter kann ja auch nicht einfach die Anstreicher anrücken und das Wohnzimmer lila streichen lassen", sagt er. Neben rechtlichen Gründen sei zudem die Pietät zu beachten.

All das hat jedoch Grenzen. Tut sich auf lange Sicht nichts, kann die Stadt sehr wohl einschreiten. Im alleräußersten Fall kann dies sogar bis zur Einebnung des Grabes führen.

Allerdings würden sich manche Bürger, die sich um ein Grab auf dem Friedhof kümmern, auch wünschen, dass die Stadt ihre Grünflächen ordentlicher pflege. "Der gesamte Friedhof sieht ungepflegt aus", sagt ein Friedhofsgärtner, der namentlich nicht genannt werden möchte. "In vielen Bereichen wuchern Brennnesseln, Disteln und vor allem Gierscht. Dabei handelt es sich um Wurzelunkräuter, die in die Gräber einwachsen. Das bereitet uns große Probleme." Petra Gehrke hofft, dass sich am Erscheinungsbild etwas zum Positiven ändert. "Schließlich handelt es sich um die letzte Ruhestätte liebgewonnener Menschen."

Quelle: NGZ
 
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