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Neuss
Unternehmer wird Kopf der Rumänienhilfe

Neuss: Unternehmer wird Kopf der Rumänienhilfe
Stefan Hüttermann war erst Spender, dann Helfer und soll nun Leiter der Rumänienhilfe werden. Die hat ihr Lager an der alten Schokoladenfabrik. FOTO: woi
Neuss. Stefan Hüttermann (50) will die Arbeit von Wolfgang Kriesemer fortsetzen. Erste Herausforderung ist die Weihnachtspäckchen-Aktion. Von Christoph Kleinau

Mit dem Satz "Bring das mal dahin, die tun was für Rumänien", schickte seine Frau Stefan Hüttermann vor einiger Zeit zum Lager der Neusser Rumänienhilfe. Ein Auftrag mit Folgen. Natürlich wurde er erst einmal nur seine Päckchen mit Sachspenden los. Dann aber kam der 50-Jährige gelegentlich zurück um mitzuhelfen, und jetzt soll Hüttermann die Leitung der kleinen Initiative übernehmen und die Arbeit des Gründungsvorsitzenden Wolfgang Kriesemer fortsetzen. Erste Herausforderung: Die Weihnachtspäckchen-Aktion der Rumänienhilfe, die ihre 23. Auflage erlebt.

Hüttermann lebt in Neuss, betreibt aber mit seinem Geschäftspartner Dirk Thorand in Meerbusch-Strümp mit der Firma "Akkuplanet" ein eigenes Unternehmen für Akkus und Ladetechnik sowie professionelles Audiozubehör. Der Diplom-Ingenieur stieg 2001 in das damals gerade gegründete Unternehmen ein, das aus einem kleinen Büro gesteuert wurde. Heute agiert "Akkuplanet" als Partner von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben europaweit und hat 20 Mitarbeiter.

Dass Thorand und Hüttermann von der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU in Meerbusch (MIT) im Mai zu Unternehmern des Jahres gekürt wurden, hatten sie aber auch ihrem sozialen Engagement zu verdanken. Thorand engagiert sich im Verein "Meerbusch hilft", Hüttermann eben - und zunehmend - in der Rumänienhilfe. "Es wäre doch eine Schande, eine Sache, die so gut aufgestellt ist, einfach eingehen zu lassen", begründete er seine Motivation, noch mehr Verantwortung übernehmen zu wollen.

Erst vier Wochen ist es her, dass der schwer erkrankte Wolfgang Kriesemer die Nachfolge für sein Lebenswerk regeln konnte. Deswegen wird in diesem Jahr einiges anders laufen müssen. Das Netzwerk für die Weihnachtspäckchen-Aktion steht zwar, doch wird die Verteilung vor Ort erstmals ohne Neusser Beteiligung organisiert werden müssen. Dafür reisen zum "Päckchenberg-Besichtigungsfest" am Samstag, 25. November, der evangelische Pfarrer aus dem rumänischen Sintana (St. Anna) und ein Helfer aus dem rumänischen Team zum Jugendzentrum "Greyhound/Pier I" an und feiern mit.

Wenn sich dann am 27. November die Lastwagen mit den Weihnachtspäckchen auf den Weg machen, will Hüttermann mit den Aktivisten der Rumänienhilfe darüber sprechen, wie man "sich neu sortiert". Er will dabei nicht der große Vorsitzende sein, sondern denkt an ein Team. Er habe aber auch schon Anregungen gegeben, wie man die Arbeit intern anders verteilen und die Kommunikation verbessern kann, sagt er. Spätestens im Februar will Hüttermann dann aber auch nach Rumänien reisen, um sich die von der Rumänienhilfe aufgebauten Projekte und Einrichtungen anzuschauen. Der dreifache Familienvater ist aber schon vor Antritt der Reise sicher: "Das ganze Netzwerk werde ich nicht mit einem einzigen Besuch erfassen können."

Kriesemer jedenfalls ist selig, dass er seinen Nachfolger zufällig gefunden hat - und auch schon dessen Vater kannte. (Zaghaften) Versuchen, jemanden zu finden, der die Arbeit der Rumänienhilfe fortsetzen könnte, war in der Vergangenheit wenig Erfolg beschieden gewesen. Kriesemer hofft nun, dass die Neusser die Arbeit des Vereins auch in Zeiten unterstützen, in denen er nicht mehr der Motor der Bewegung sein kann. Ein Erfolg der Päckchenaktion wäre ein Anzeichen dafür.

Quelle: NGZ
 
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