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Neuss
Valer Sabadus singt beim Barockfest im Zeughaus

Neuss. Der 29-Jährige ist einer der erfolgreichsten deutschen Countertenöre. Zweimal gewann er den "Echo Klassik". Von Hansgeorg Marzinkowsi

Valer Sabadus (29), einer der spannendsten deutschen Countertenöre der jüngeren Generation, ist am Mittwoch erstmals zu Gast in Neuss. "Ich freue mich sehr auf das Neusser Zeughaus", sagt er in einem Gespräch mit unserer Redaktion, "denn in diesen ehemaligen Sakralbau passt mein Programm besonders gut. Die Aria concertanti haben gelegentlich sogar einen kontemplativen Charakter."

Im Programm stehen hauptsächlich Werke von Antonio Caladara (1670 - 1736): Der bedeutendste Kapellmeister der Wiener Hofkapelle im 18. Jahrhundert "erhält leider Gottes bisher nicht die Hochschätzung wie seine Zeitgenossen Bach und Händel", sagt der nach 2012 auch in diesem Jahr mit dem "Echo Klassik" für die solistische Einspielung des Jahres ausgezeichnete Künstler.

Mit fünf Jahren kam Valer Sabadus mit seinen Eltern - beide Profimusiker - nach Deutschland, wohin sie als Banater-Schwaben 1991 nach der Revolution ausreisen durften. Bereits im Kinder-, Kirchen- und Schulchor fiel sein feiner hoher Sopran auf. Noch vor dem Abitur in Landau an der Isar wurde er Jungstudent bei Professorin Gabriele Fuchs an der Hochschule für Musik und Theater München, die er bis heute als seine Lehrerin bezeichnet. Dabei hat er längst (2013) eine Meisterklasse mit Auszeichnung abgeschlossen.

Die Ausbildung pflegte er auch während seines Zivildienstes bei der "Caritas", denn "die natürliche Veranlagung muss früh und permanent gebildet werden." Seine natürliche Veranlagung, das Register "Falsett" der besonders hohen Töne singen zu können, erlebte er mit 17 Jahren. "Das Besondere war, dass ich auch im erst späten Stimmbruch singen konnte und mein Falsett erhalten blieb."

Begleitet wird der gefeierte Countertenor in Neuss von dem Solisten-Ensemble "Nuova Aspetto". Der von Michael Dücker (Laute) gegründete hochversierte barocke Klangkörper spielt auf originalen Instrumenten, darunter Chalumeau, ein mittelalterliches Holzblasinstrument, und Salterio. Letzteres bezeichnete der in München lebende Valer Sabadus schlicht als "Hackbrett".

Rainer Wiertz, der künstlerische Leiter der Zeughauskonzerte, verspricht für Neuss ein "einmaliges Erlebnis". Damit hat er ganz sicher Recht, denn wer Valer Sabadus nicht in Neuss erleben kann, muss Anfang nächsten Jahres nach München oder Innsbruck reisen.

Info Zeughauskonzert, Mittwoch, 9. Dezember, 20 Uhr, Konzerteinführung: 19.15 Uhr.

Quelle: NGZ
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