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Neuss
Vater rettet Familie aus Feuer

Mann rettet Familie durch Sprung aus brennendem Haus
Mann rettet Familie durch Sprung aus brennendem Haus FOTO: Ulf Wagner
Neuss. Ein Feuer hat in der Nacht zu Mittwoch ein Einfamilienhaus in Reuschenberg völlig zerstört. Der Eigentümer rettete in einer waghalsigen Aktion seine Frau und zwei Kinder vor dem Flammentod. Von Klaus D. Schumilas

Es hätte in einer Katastrophe enden können: Nur weil er nicht richtig schlafen konnte, bemerkte der 44 Jahre alte Hauseigentümer den Brand in seiner Wohnung. In einer ebenso mutigen, wie waghalsigen Aktion sprang er aus dem Fenster im Obergeschoss auf das Dach seines vor dem Haus stehenden Autos. Er schnappte sich eine Leiter aus der Garage, legte sie am Haus an und brachte seine Ehefrau (42) und die beiden Kinder (9 und 13) in Sicherheit. Erst danach alarmierte er die Feuerwehr.

"Ein sehr mutiges Verhalten", sagte Stadtbrandmeister Peter Schöpkens. "Wenn er das Feuer nicht bemerkt hätte, wäre es wohl schlimm ausgegangen. Es hätte Tote geben können." Das schmucke Einfamilienhaus an der Veilchenstraße in Reuschenberg gleicht einer Ruine, es ist ausgebrannt, der Dachstuhl völlig zerstört. "Vielleicht können die Grundmauern stehen bleiben", meinte ein Feuerwehrmann am Mittwoch Mittag. Um 3.26 Uhr wurden die Rettungskräfte alarmiert. Die Feuerwehr rückte mit vier Löschzügen der Hauptamtlichen Wache und insgesamt 35 Männern an, dazu waren Kräfte der Rettungsdienste der Johanniter, des DRK und der Malteser vor Ort, ebenso Notärzte.

Der 44-Jährige, ein ehemaliger Schützenkönig von Reuschenberg, zog sich beim Sprung aus dem Dachgeschoss eine Verletzung des Fußes zu. Schlimmer erwischte es seine Ehefrau: Sie zog sich laut Feuerwehr Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht zu. Sie wurde in eine Spezialklinik nach Duisburg gebracht, wo Brandopfer behandelt werden. Den beiden Kindern, ein Junge und ein Mädchen, geht es angesichts der dramatischen Umstände gut. Sie haben Rauchgas eingeatmet und liegen im Krankenhaus. Ein Untermieter hatte sich selbständig in Sicherheit bringen können, er wollte trotz Anratens des Rettungsdienstes kein Krankenhaus vorsorglich aufsuchen.

Über die Ursache des Feuers gab es bis Mittwoch Abend keine näheren Erkenntnisse. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen und wird am Donnerstag auch mit Experten vor Ort sein. Nach einer ersten Einschätzung entstand das Feuer im Wohnzimmer. Das 44 Jahre Mitglied des Bürger-Schützen-Vereins Reuschenberg hat, wie die NGZ erfuhr, einen "Knall" gehört, sein leichter Schlaf trug dazu bei, dass er das Feuer wahrnahm und blitzschnell handelte. Ob sich bei dem Geräusch um das Fernsehgerät gehandelt haben kann, ist unklar.

Die Feuerwehr löschte das Feuer von außen, auch von einer Drehleiter aus, "ein Innenangriff war nicht möglich, weil das Gebäude stark einsturzgefährdet ist", sagte Stadtbrandmeister Schöpkens. Ein Trupp von Feuerwehrleuten wurde im Dachstuhl des Nachbargebäudes eingesetzt, so konnte ein Übergreifen der Flammen verhindert werden. Mitarbeiter der Stadtwerke schalteten die Gas- und Stromzufuhr ab. Eine Brandwache der Feuerwehr war bis Mittwoch Mittag im Einsatz, um zu beobachten, ob sich neue Brandnester bilden.

Quelle: NGZ
 
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