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Neuss
Vermisster Syrer im Gefängnis aufgetaucht

Neuss. Drei Wochen nach dem geplatzten Prozess gegen einen jungen Syrer ist der Angeklagte jetzt wieder aufgetaucht - er sitzt bereits seit Ende Dezember vergangenen Jahres in Haft. Jetzt soll Mohammed S. Anfang März am Neusser Amtsgericht der Prozess gemacht werden. Offenbar ist der Asylbewerber kein unbeschriebenes Blatt und soll seit seiner Flucht aus Syrien bereits mehrere Straftaten begangen haben.

Rückblick: Eigentlich hätte sich der Flüchtling Mohammed S. bereits am Mittwoch, 3. Februar, vor dem Neusser Amtsgericht verantworten sollen. Damals musste der Prozess jedoch bereits nach wenigen Minuten wieder abgebrochen werden. Der Grund dafür: S. war gar nicht erst zur Verhandlung aufgetaucht, seine Ladung zum Prozess hatte ihn in einem Asylbewerberheim im Sauerland nicht erreicht. Inzwischen kennt die Justiz auch den Grund für das Fehlen des jungen Syrers.

"Er sitzt bereits seit dem 19. Dezember in Köln in Untersuchungshaft", teilt Amtsrichter Kay-Uwe Krüger mit. Mohammed S. stehe laut Krüger unter Verdacht, auf einem Party-Schiff der Schifffahrtsgesellschaft Köln-Düsseldorfer, andere Gäste bestohlen zu haben.

Noch in dieser Woche will das Amtsgericht Köln dem Mann den Prozess machen, anschließend soll er sich in Neuss verantworten. Ähnlich wie in Köln geht es auch hier um ein Eigentumsdelikt. Mohammed S. soll einer Neusserin an einer Bushaltestelle das Handy entrissen haben. Ihm gelang zunächst die Flucht, später wurde er aber in der Asylbewerberunterkunft am Alexianerplatz gefasst. Nun drohen dem Flüchtling gleich mehrere Verurteilungen auf einmal. Es ist jedoch gut möglich, dass daraus eine "Gesamtstrafe" gebildet wird. In jedem Fall muss der Angeklagte mit mehreren Monaten Gefängnis rechnen.

Der Prozess gegen ihn in Neuss soll am Montag, 7. März, beginnen.

(mape)
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