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Vertrautes Wohnumfeld - auch im Alter

Neuss: Vertrautes Wohnumfeld - auch im Alter
"Wir haben eine besonders treue Mieterklientel, etwa 40 Prozent unserer Mitglieder sind älter als 60 Jahre", sagt GWG-Vorstand Ulrich Brombach. FOTO: woi
Neuss. Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft (GWG) in Neuss hat bereits vor Jahren ein Programm gestartet, das speziell auf die Wohnbedürfnisse älterer Mitglieder abgestimmt ist. Dafür wurde ein Maßnahmenpaket geschnürt. Von Susanne Niemöhlmann

So lange wie möglich eigenständig in der vertrauten Wohnung, umgeben von liebgewonnenen Erinnerungsstücken leben zu können, mit den bekannten Gesichtern in der Nachbarschaft und den gewohnten Wegen zum Einkaufen - das ist ein Wunsch vieler Menschen im fortgeschrittenen Alter. Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft e.G. (GWG) will ihren Mitgliedern dabei helfen und erste Ansprechpartnerin für alle Fragen rund ums Wohnen sein. Um das selbstbestimmte und aktive Leben in einer Genossenschaftswohnung bis ins hohe Alter zu fördern, hat die GWG bereits vor zehn Jahren ein umfangreiches Maßnahmenpaket zusammengestellt.

"Als Wohnungsgenossenschaft haben wir eine besonders treue Mieterklientel, etwa 40 Prozent unserer Mitglieder sind älter als 60 Jahre", berichtet GWG-Vorstand Ulrich Brombach. Den demografischen Wandel habe das Wohnungsunternehmen bereits vor 15 bis 20 Jahren vorweggenommen. "Und die gute Botschaft ist: Es klappt! Wir haben keine Angst vor den Herausforderungen", sagt er. "Die Menschen werden älter und fühlen oft eine starke Verbundenheit mit ihrem jeweiligen Wohngebiet. Dort sollen sie bei der GWG wohnen bleiben können", betont Brombach.

Bei den Neubauvorhaben - in den nächsten drei Jahren will die GWG rund 300 weitere Wohneinheiten fertigstellen - setzt die Genossenschaft auf Barrierefreiheit und den energetisch neuesten technischen Stand, wie Brombach versichert. "Und die Wohnungen sollen bezahlbar sein, was im Rentenalter ein wichtiger Faktor ist", ergänzt er.

Bereits vor Jahren habe die GWG damit begonnen, die Wohnungen im Bestand zu modernisieren und seniorenfreundlich auszustatten. Vielerorts verfügen Häuser bereits über Aufzüge, sind Eingänge ohnehin barrierearm gestaltet. Und wenn der Weg in den dritten Stock zu beschwerlich ist, die Bewohner aus ihrem Viertel aber nicht fortziehen wollen, kann manchmal ein Umzug ins leichter erreichbare Erdgeschoss die Lösung sein, nennt Brombach ein Beispiel.

Weitere wichtige Bausteine sind das Badumbau-Programm, der 24-Stunden-Handwerker-Service für Notfälle und die Vermittlung wohnbegleitender Dienstleistungen. "Die GWG ist mehr als ein Vermieter", sagt Brombach. So könnten sich die Mitglieder, wenn sie Hilfe bei einem Problem benötigten, an ihre Ansprechpartner bei der GWG-Wohnungsverwaltung wenden.

Gesundes Leben hat zudem mit gelingenden Sozialkontakten zu tun: Durch Angebote für gemeinschaftliche Freizeitaktivitäten möchte die Genossenschaft das gute Miteinander in der Nachbarschaft fördern und so auch der Vereinsamung im Alter vorbeugen. "Es geht darum, aufeinander achtzugeben, sich zu erkundigen, wie es dem anderen geht, und sich auch einfach mal zu trauen, Nachbarn um Hilfe zu fragen", sagt Thomas Schwarz, Leiter Kommunikation bei der GWG.

Dort setzt die GWG an - und bietet eine Auswahl an Möglichkeiten des Sich-Kennen-Lernens und der Kontaktpflege - etwa beim Kaffeeklatsch, beim Spieleabend oder Osterfrühstück in den Treffpunkten im jeweiligen Viertel, bei Wanderungen oder Ausflügen, Mieterfesten oder Besuchen auf dem Adventsmarkt.

"Als Genossenschaft sind wir zudem basisdemokratisch organisiert", erklärt Ulrich Brombach, "wir sehen viele unserer Mieter ja schon mehrmals im Jahr bei den Vertreterversammlungen. Nicht zuletzt dadurch sind wir immer über die Entwicklungen in den Quartieren informiert."

Quelle: NGZ
 
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