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Serie Meine Ausbildung (15)
Vertriebsprofi wirbt um neue Kunden

Neuss. Kamil Hajduga ist angehender Kaufmann für Dialogmarketing. Täglich leistet er am Telefon Überzeugungsarbeit. Von Christian Kandzorra

Der Betrieb Wer Probleme mit seiner Internetverbindung hat, greift zum Hörer - und lässt sich am Telefon vom Kundendienst beraten. Doch nicht alle Hersteller beraten ihre Kunden selbst. Viele nutzen auch die Angebote von Telefondienstleistern wie dem Neusser Unternehmen "Xpron", das rund 50 Firmen betreut und Anrufern unter anderem technische Hilfeleistungen bietet.

Der 26-jährige Kamil Hajduga startete vor zwei Jahren bei "Xpron" in die Ausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing - und hat sich in der Zwischenzeit in den Vertrieb hochgearbeitet. "Natürlich musste auch ich erst einmal den Betrieb und die Produkte unserer Kunden genau kennenlernen", sagt der Azubi, der viele Monate im Service-Center des Unternehmens gearbeitet hat und dort ungezählte sogenannte Inbound-Gespräche (Telefonate, die eingehen) geführt hat.

Bewerbung Angehende Kaufleute für Dialogmarketing sollten vor allem kommunikativ sein und sich gut ausdrücken können. "Außerdem sind Ausdauer und eine hohe Selbstmotivation gefragt", sagt Geschäftsführer Swen Hilse. Gerade im Vertrieb sei ein dominantes Auftreten am Telefon wichtig. "Schließlich weiß ich nie, wo ich meinen Gesprächspartner gerade erwische, ob er Zeit hat und wie er gelaunt ist", erzählt Kamil Hajduga.

Mindestvoraussetzung für den Berufsstart ist ein Realschulabschluss, auf Noten achtet Geschäftsführer Swen Hilse weniger: "Englischkenntnisse sind aber für diesen Beruf unverzichtbar, weil Mitarbeiter immer wieder mit internationalen Kunden ins Gespräch kommen." Wer später im Vertrieb arbeiten möchte, braucht darüber hinaus ein gutes unternehmerisches Denken. In der Branche ist es außerdem üblich, vor Ausbildungsbeginn (1. August) ein Praktikum zu machen.

Ausbildung Der Arbeitstag von Kamil Hajduga beginnt meist morgens gegen 8 Uhr. Im Büro leistet der Auszubildende dann Überzeugungsarbeit - und zwar am Hörer. Er telefoniert im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung nicht mehr mit Endkunden, sondern ruft andere Unternehmen an. "Im Vertrieb versuche ich, potenzielle Kunden von unseren Leistungen zu überzeugen", sagt Hajduga, der ein halbes Jahr nach seinem Abitur bei "Xpron" anfing und später in die Ausbildung wechselte. In den ersten Monaten hat er die unterschiedlichen Unternehmensbereiche durchlaufen - im Vertrieb fühlt er sich am wohlsten. "Mein Ziel ist es, nach der Ausbildung komplett in den Vertrieb einzusteigen. Mich fasziniert es, die Kunden auch bei Treffen persönlich kennenzulernen und für die Produkte zu werben", erklärt der Düsseldorfer. Ob es auch Dinge gibt, die ihm in seiner dreijährigen Ausbildung weniger Spaß machen? "Ja, die sogenannte Kaltansprache, also das erste Telefongespräch mit potenziellen Neukunden. Das ist trotz Vorbereitung oft ein schwieriger Moment", sagt Kamil Hajduga, der unfreundliche Reaktionen nicht persönlich nehmen darf. "Dafür machen mir die persönlichen Termine bei den Unternehmen mehr Spaß. Durchschnittlich fahre ich zwei- bis dreimal die Woche zu Neukunden und berate sie vor Ort."

Berufsschule Kamil Hajduga besucht zweimal pro Woche das städtische Max-Weber-Berufskolleg in Düsseldorf. Auf seinem Stundenplan steht dort auch der fachspezifische Unterricht. "Wir lernen etwa, uns in Geschäftsenglisch auszudrücken", berichtet der 26-jährige Auszubildende.

Zukunft Ausgelernte Kaufleute für Dialogmarketing können in unterschiedlichen Branchen arbeiten, sind aber auf Kundenberatung, Sachbearbeitung oder Vertrieb beschränkt. "Man muss eigentlich nur genau das Produkt kennenlernen, das man anbietet", meint Kamil Hajduga.

Quelle: NGZ
 
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