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Katzennothilfe
Verwaltung will Gespräche mit "Kitty" führen

Neuss. Mindest 3000 Euro monatlich hatte die AfD für die Neusser Katzennothilfe "Kitty" bei der Stadt beantragt. Von dem Geld sollten unter anderem Räumlichkeiten geschaffen werden, die zur Ausheilung nach einer Kastration der Tiere dienen könnten.

Mit dem Einfangen und Kastrieren der Katzen solle eine "Plage" verhindert werden. Der Antrag fand in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses keine Mehrheit. Im Gegenteil: Als die geforderte Summe genannt wurde, konnten sich viele Ausschuss-Mitglieder das Lachen nicht verkneifen.

"Das ist eine maximale Dramatisierung", sagt Judith Kauf (Die Linke). Zudem sei das Anlageblatt zum Antrag, in dem verschiedene Krankheitserreger dargestellt sind, die auf den Menschen übertragen werden können, eine Kopie eines Newsletters einer Diagnostikfirma.

Mehrheit fand hingegen der Vorschlag von CDU und Grünen, dass die Verwaltung "konstruktive Gespräche" mit dem Verein "Kitty" führen soll. Seit 2005 hat die Neusser Katzennothilfe insgesamt rund 850 Kastrationen in Eigenregie durchführen lassen. Auf den Kosten für die mittlerweile verpflichtenden Eingriffe ist die Neusserin laut eigenen Angaben meist sitzen geblieben. Pro Kater würden rund 60 Euro fällig. Nahezu täglich würden ihr umherstreunende oder unkastrierte Tiere gemeldet, die sie schließlich einfängt und zum Arzt bringt.

Nach Angaben von Umweltdezernent Matthias Welpmann sei die Zusammenarbeit mit dem Verein angespannt, weil die Verwaltung nicht das leisten könne, was "Kitty" sich wünscht - unter anderem die Bereitstellung der Ausheilungsräume. Der Verein unterhalte zwar Futterstellen für verwilderte Katzen, habe deren Standorte aber bislang nicht benannt, so dass das Ordnungsamt schon Verwarnungen wegen Verstoßes gegen das Fütterungsverbot aussprechen musste.

Kitty hat den Großteil seiner Einsätze wegen der fehlenden Unterstützung der Stadt mittlerweile nach Düsseldorf verlagert und unterhält in Neuss nur noch zwei dieser Futterstellen.

(jasi)
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