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Anonymer Hinweis
Veterinäramt prüft "zu dicken Hund" in Neuss

Anonymer Hinweis: Veterinäramt prüft "zu dicken Hund" in Neuss
Klaus Garnebode mit seinem Dackelmischling Rusty. FOTO: woi
Neuss. Zunächst dachten Klaus Garnebode und seine Frau Ruth an einen Aprilscherz, als die Dame vom Veterinäramt ihren Hund sehen wollte. "Sie sagte, es habe einen anonymen Hinweis gegeben, dass er zu dick sei", sagt der 82-Jährige. Von Simon Janssen

Wenig später habe die Frau jedoch festgestellt, dass Rusty - ein Dackelmischling - gesund und munter ist. "Wir waren perplex, dass jemand über den Gesundheitszustand unseres Hundes urteilt", sagt der Neusser, der angibt, dass er und seine Frau sich stets liebevoll um den Vierbeiner kümmern.

Im Februar dieses Jahres hatten sie ihn aus einem Tierheim in Zypern übernommen. "Wir gehen viermal pro Tag mit ihm aus. Er ist wirklich sehr agil", versichert Garnebode, der hinzufügt: "Es gibt so viele dicke Kinder, da kümmert sich kein Mensch drum."

94 Tierschutzbeschwerden in diesem Jahr

Wie Kreissprecher Reinhold Jung auf Nachfrage mitteilte, sind in diesem Jahr 94 Tierschutzbeschwerden eingegangen, die das Stadtgebiet Neuss betrafen. Solche Beschwerden gingen fast ausschließlich telefonisch und per E-Mail ein. "Sie betreffen überwiegend, insbesondere im Stadtgebiet Neuss, die Haltung von Heimtieren - Hunde, Katzen, aber auch Kaninchen und Vögel. Nach den Heimtieren stehen die Pferdehaltungen im Vordergrund der Beschwerden, danach kommen die Schafhaltungen", sagt Jung.

Angeblich zu dicke Hunde sind aber eher die Ausnahme. "Bezüglich der Hunde nehmen die Vorwürfe zu, dass die Tiere nicht genug Auslauf haben oder den ganzen Tag allein in der Wohnung sind", sagt der Kreissprecher. Zudem kämen des Öfteren Meldungen rein, dass Hunde keine angemessene Pflege, Ernährung und tierärztliche Versorgung erhielten. Es gebe jedoch wenige konkrete Vorschriften, die die Haltung von Hunden und Katzen betreffen. Die meisten Regelungen ließen einen großen Ermessensspielraum zu, so dass es oft zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Veterinär, Beschwerdeführer und Betroffenen komme. Dann müssten zeitaufwendige Gutachten erstellt werden.

Klaus Garnebode und seine Frau können mittlerweile über den Vorfall schmunzeln. Wer der anonyme Hinweisgeber war, würde das Ehepaar aus Neuss aber dennoch gerne wissen.

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Quelle: NGZ
 
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