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Neuss
Viele Neusser gehen in der Quirinus-Prozession mit

Neuss. Nun hat er den heiligen Quirinus auch einmal von vorn gesehen: In 20 Jahren als Düsseldorfer Stadtdechant sei er nie zur Quirinus-Wallfahrt in Neuss gewesen, bekannte Rolf Steinhäuser. Seit Januar ist der 63-jährige Priester dienstjüngster Kölner Weihbischof und nahm gern die Einladung von Oberpfarrer Monsignore Guido Assmann an, das Festhochamt zum Ausklang der Wallfahrtswoche zu zelebrieren. Gestern Abend konnte er sich dann gleich davon überzeugen, dass in Neuss der Stadtpatron auch fürs Wetter zuständig ist. Denn nach Tagen mit Regen und Kälte sorgten gestern Sonne und blauer Himmel für die passende Kulisse, als die traditionelle Prozession mit dem Reliquienschrein ihren Weg um die Münster-Basilika nahm.

Die Verehrung des heiligen Quirinus ist den Neussern ein Herzensanliegen, sagte Oberpfarrer Assmann in seiner Begrüßung. Das zeigte wohl auch die Teilnahme an den zahlreichen Gottesdiensten und Veranstaltungen der Festwoche. Nun müsse der Kopf aber fragen, ob die Vorstellung von einem Heiligen im Himmel, der den Neussern besonders zugeneigt ist, nicht naiv sei, ein magischer Restbestand heidnischen Volksglaubens, begann Weihbischof Steinhäuser seine Predigt. Der Heilige sei von Gott begnadet und antworte auf das Geschenk der Erlösung mit seinem Leben. Durch ihn werde der Mensch als Mitmensch ernst genommen. Zwar müsse jeder seine eigene Gottesbeziehung aufbauen, aber "der normale Weg des Menschen zu Gott führt über den Mitmenschen", betonte der Geistliche und schloss seine Ausführungen: "Heiliger Quirinus, bitte für Deine Stadt Neuss!"

(susa)
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