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Neuss
Violinist aus Budapest spielt Tango im Zeughaus

Neuss. Wie kommt ein Kind im zarten Alter von drei Jahren dazu, die Violine lernen zu wollen?

Barnabás Kelemen, 1978 in Budapest geboren, lacht. Und erzählt dann von seinem Großvater, einem "Gypsy Violinist", der auch "Primas" gewesen sei, Ensemble-Chef und Solist in einem, von dem viele Aufnahmen und Videos existieren. "Ich habe ihn nicht kennengelernt", sagt der Musiker, aber viel von ihm gehört hat er.

Und so klingt auch ein bisschen Stolz in seiner Stimme durch, wenn er von der musikalischen Qualitäten seines Großvaters erzählt. Überhaupt scheint in seiner Familie ein ausgenommen starkes Musikgen von Generation zu Generation weitergegeben zu werden. Mit sechs Jahren hat Barnabás Kelemen seinen ersten Unterricht bekommen ("aber schon vorher Musiktheorie gehabt"), mit elf Jahren begann er an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest Violine zu studieren. Die Eltern sind ebenfalls Musiker in einem Orchester - die Mutter spielt Cello, der Vater Cembalo -, und die Kinder des mit einer Geigerin verheirateten Kelemen spielen Klavier und Violine. Der Sohn tritt mit seiner Geige zudem in die väterlichen Fußstapfen, hat bereits diverse Wettbewerbe gewonnen.

Wenn von der Natur des 38-Jährigen sich etwas auf die Familie überträgt, müsste es bei den Kelemens lebhaft und fröhlich zugehen. Und auch in seinen Seminaren in Budapest und seit 2014 an der Hochschule für Tanz und Musik in Köln sowie in den Masterclasses. Mit Begeisterung und lachend erzählt er jedenfalls, warum auf dem Programm seines Konzerts im Zeughaus am kommenden Mittwoch Werke von Béla Bartók, Astor Piazolla und Ludwig van Beethoven stehen.

"Ich bin Ungar", sagt er, "und liebe natürlich Bartók." Sein Klavierpartner José Gallardo, den er sehr gut kennt, aber dem er das erste Mal in Neuss spielt, sei Argentinier: "Also liebt er Piazolla!" Und da Tango liebe, ergab sich die Kombination wie von selbst. Und Beethoven? Nun, der sei einfach ein überragender Komponist. Dass dieses Programm ziemlich kontrastreich ist, bereitet ihm großes Vergnügen. Und er ist sich sicher: "Auch dem Publikum wird es großen Spaß machen."

Info Markt 20-22, Mittwoch, 13. januar, 20 Uhr, Karten unter 02131 4037795

(hbm)
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