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Serie Unsere Seelsorger
Vom Militärdekan zum Pfarrer in Kaarst

Serie Unsere Seelsorger: Vom Militärdekan zum Pfarrer in Kaarst
Gregor Ottersbach schätzt das große Engagement der Kaarster Gemeindemitglieder. In seiner Freizeit liest er bevorzugt theologische Bücher, die sich mit gesellschaftlichen Fragestellungen beschäftigen. FOTO: Anja Tinter
Neuss. Gregor Ottersbach hat schon viel gesehen. Seine Zeit bei der Bundeswehr führte ihn nach Mazedonien, in den Kosovo und nach Afghanistan. Er ist im Panzer gefahren, im Hubschrauber geflogen und hat die Kanzlerin getroffen. Seit 2012 wirkt er in Kaarst. Von Elisabeth Keldenich

Kaarst Gärtner, Priester, stellvertretender Militärdekan mit zwölf Jahren Auslandserfahrung, seit 2012 Pfarrer in Kaarst - der Lebenslauf von Gregor Ottersbach ist spannend. "Ich habe in der ersten Lebenshälfte schon so viel erlebt, da lasse ich es jetzt etwas ruhiger angehen", sagt er.

1963 kommt der gebürtige Wuppertaler als Ältester von vier Geschwistern zur Welt. Schon früh ist er dem kirchlichen Leben als Messdiener, Lektor und Küster verbunden. Doch nach dem Schulabschluss macht er zunächst eine Ausbildung zum Gärtner und leistet seinen Wehrdienst ab. Während dieser Zeit rückt der Gedanke, einen kirchlichen Beruf zu ergreifen, in den Mittelpunkt.

"Das Theologiestudium mit Bezug zu anderen Disziplinen hat mich gereizt", erinnert sich Ottersbach. So besteht er in Neuss am Marianum sein Abitur und studiert in Bonn und München. Alle halbe Jahre überprüft er seinen Wunsch, Priester zu werden, bis er sich endgültig sicher ist. In Radevormwald wirkt er als Diakon, bevor er in Frechen seine erste Kaplanstelle antritt. Sich nach fünf Jahren für die "Sonderseelsorge" (dazu zählen Militär, Krankenhaus, Polizei) zu entscheiden, wird wohl auch durch die Berufstätigkeit seines Vaters bei der Bundeswehr beeinflusst.

Die folgenden zwölf Jahre prägen sein Leben entscheidend. "Ich habe bis auf das Schießen dieselbe Ausbildung wie die Soldaten durchlaufen", erklärt Ottersbach. Seine seelsorgerische Einsatzbegleitung führt ihn nach Mazedonien, in den Kosovo, nach Bosnien und vor allem nach Afghanistan. "Diese Zeit war eine sozusagen fokussierte Lebenserfahrung", erzählt er. Das Leben mit den Soldaten im Lager, das Fungieren als erster Ansprechpartner, das Feiern von Gottesdiensten und die Sakramentenspendung gehören zu seinen wesentlichsten Aufgaben. "Die Gottesdienste waren für die Soldaten ein Stück Heimat", sagt Ottersbach. "Während der Zeit beim Militär bin ich im Panzer mitgefahren, im Hubschrauber geflogen, habe die Kanzlerin, den Wehrbeauftragten und zahlreiche Bundestagsabgeordnete getroffen. Toppen kann man das nicht mehr", sagt er lachend.

Nach zwölf Jahren kehrt er in die "normale" Seelsorge zurück und ist seit August 2012 als Pfarrer in Kaarst tätig. Zu seinen selbstverantwortlich gestalteten Bereichen gehören die Firmvorbereitung, die Betreuung der Messdiener in St. Martinus und in St. Antonius, er ist Ansprechpartner für die Katholische Junge Gemeinde (KJG) im Pfarrverband und Feuerwehrseelsorger. Daneben stehen selbstverständlich Gottesdienste und Sakramentenspendung an. "In Beziehung zu Jesus Christus, aber für die Menschen" - so fasst Ottersbach seine Auffassung von moderner Seelsorge zusammen."Seelsorge braucht einen Rahmen und Wurzeln. Gott wirkt in unserer Zeit dort, wo ich bin. Jesus geht auch zum Schützenfest!", sagt er. Dort hat er in diesem Jahr als Gastmarschierer bei den Jacobusschützen Erfahrungen gesammelt. In Kaarst ist er heimisch geworden.

Quelle: NGZ
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