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Serie Neu Im Rlt
Vom Musical zur Schauspielausbildung

Neuss. Anna Lisa Grebe ist vom Max-Reinhardt-Seminar in Wien nach Neuss gekommen.

Neuss (hbm) Dass es Anna Lisa Grebe überhaupt auf die Bühne verschlagen hat, ist Schuld ihres Vaters. Sagt sie und lacht. Denn der habe ihre Faxen immer mit dem Satz "Das Kind kommt auf die Clownsschule" kommentiert. Dazu ist es für die heute 27-Jährige, die ihre erste Spielzeit am RLT erlebt, dann doch nicht gekommen, aber eine Musicalausbildung - die konnte sie sich nach der Schule in Gießen, wo sie sie früh in Musical-AGs mitgemacht hat, vorstellen. Anna Lisa Grebe begann Musical und Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig zu studieren, wechselte aber 2011 für eine Schauspielausbildung an das Max-Reinhardt-Seminar Wien.

Warum? "Wir haben in Leipzig auch viel über das Theater geredet", sagt sie, "dadurch hat sich mir der Floh ins Ohr gesetzt." Wenn schon keine Zukunft im Musical ("das ist wirklich schwierig"), dann im Theater, aber mit fundierter Schauspielausbildung. In Wien hat es sofort geklappt, und Grebes Urteil lässt an ihrer Begeisterung keinen Zweifel offen: "Tolles Vorsprechen, tolle Schule, tolle Stadt!"

Die österreichische Hauptstadt hatte zudem den Vorteil, näher an ihrer Heimatstadt Gießen zu liegen. Denn Anna Lisa Grebe hat nach wie vor eine enge Verbindung zu ihrer Familie: "Sie kommt auch zu fast jeder meiner Premieren", sagt. Überhaupt hat sie über die Bindung an ihre Familie auch gelernt, was wichtig ist im Leben: sich gegenseitig zu unterstützen.

Im Sommer 2015 hat Grebe ihre Ausbildung beendet, war beim Zentralen Vorsprechen in Neuss dabei und bekam danach vom RLT eine zweite Einladung. "Das war ein sehr, sehr nettes Vorsprechen", sagt sie. Der Benjamin in "Joseph und seine Brüder" war ihr erste Rolle, die ihr schon bei der Premiere begeisterten Beifall eingebracht hat. Aktuell macht sie auch bei der neuen Reihe "tatort oberstraße" mit. Neuss hat für sie auch den regionalen Vorteil, in erreichbarer Nähe zu Gießen zu liegen. Und zu Amsterdam, wo ihr Freund Regie studiert. Die Schauspielerin entdeckt gerne: "Andere Menschen und andere Städte geben mir Anregung."

Natürlich gibt es auch für sie Rollen, die sie gerne mal spielen würde: die Jungfrau von Orléans, Antigone, den Teufel in "Black Rider", aber grundsätzlich ist ihr wichtig, "Stückentwicklungen mit Menschen hinzubekommen, die meine Phantasie beflügeln". Auch in diesem Punkt fühlt sie sich am RLT gut aufgehoben: "Es gibt Hochs und Tiefs, aber extrem positiv ist, dass hier mit Liebe, Qualität und Phantasie gearbeitet wird. Man setzt sich auseinander, bewegt sich."

Quelle: NGZ
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