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Neuss
Vom Referendar zum "Humboldt"-Chef

Neuss: Vom Referendar zum "Humboldt"-Chef
Gerhard Kath (l.) hat die Leitung des "Humboldt" an seinen ehemaligen Konrektor Markus Wölke abgegeben. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Gerhard Kath hat sich nach 14 Jahren aus der Schulleitung zurückgezogen. Sein Nachfolger Markus Wölke kam aus Mexiko zurück Von Christoph Kleinau

Wann deutet sich Eignung an? Manchmal geschieht das früh, weiß Gerhard Kath, der sich schon im Jahr 2004 seine Gedanken über Markus Wölke machte, der als Referendar an das Alexander-von- Humboldt-Gymnasium geraten war. "Es wäre nicht schlecht, wenn der bleiben würde", habe er sich damals gedacht, erinnert sich der heute 64-Jährige, der den Junglehrer zwar nicht halten, dafür aber wieder zurückholen konnte. Jetzt hat ihm Kath sogar sein Büro überlassen.

Nach 14 Jahren als Schulleiter am "Humboldt" und insgesamt 25 Jahren in leitender Funktion an einer Neusser Schule hat Kath "seine" Penne noch durch das Jubiläumsjahr ihres 50-jährigen Bestehens navigiert und sich danach vorzeitig in den Ruhestand verabschiedet. Er wäre vielleicht noch geblieben, wenn sich die Nachfolgeregelung als problematisch dargestellt hätte, sagt Kath. Doch Wölke, der schon vor fünf Jahren zum Konrektor aufgerückt war, war auch sein Wunschkandidat. "Ich bin glücklich, dass Markus das weitermacht", sagt er.

Der neue Schulleiter wäre mit gerade 43 Jahren noch jung genug, um vielleicht sogar schon das nächste Schuljubiläum in den Blick zu nehmen. Doch er hat (natürlich) kurzfristig ganz andere Ziele. Der "Rückbau" von G 8 zu G 9, also die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium, wird ihn beschäftigen (müssen). Andere Ziele steckt er selbst. Die Schärfung des Profils als "MINT"-Schule mit einem Schwerpunkt auf Mathematik und naturwissenschaftlichem Unterricht zählt der Fachlehrer für Chemie und Sozialwissenschaften zum Beispiel dazu. Wölke ist aber auch überzeugt, dass das "Humboldt" als Ganztagsschule noch Ausbaupotenzial hat. Projekte und Arbeitsgemeinschaften außerhalb des Unterrichtes seien wichtig, sagt er zur Erklärung, "weil auch dort Schüler Erfolgserlebnisse und Anerkennung finden können - und merken, dass sich Anstrengung lohnt." Dieser Aspekt gehört für Wölke zu dem, was er eine gute Schulgemeinschaft nennt. Aber da sei das derzeit 90-köpfige Kollegium auch sehr breit aufgestellt und sehr engagiert bei der Sache.

Als Kath das "Humboldt" übernahm, galt die Schule als unpopulär. Jeder neue Fünfer-Jahrgang musste mit Zuweisungen von anderen Schulen aufgefüllt werden. Das hat das Gymnasium, das 2015 auch eine Seiteneinsteigerklasse für Flüchtlingskinder einrichtete, nicht mehr nötig. Heute besuchen knapp 1000 Kinder und Jugendliche aus 30 Nationen die Schule.

Zu den Umbrüchen in der Schulpolitik, die nach Kaths Überzeugung oft in die Sackgasse führte, kam in den Jahren 2012 bis 2015 eine ganz handfeste Herausforderung: die Sanierung des gesamten Gebäudes. Von dieser Baustelle hat Kath nur noch einen Rest zur Bearbeitung zurückgelassen - die Außenanlagen.

Quelle: NGZ
 
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