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Neuss
Wachsfiguren entstehen in einem langen Arbeitsprozess

Neuss. Die Galerie "amschatzhaus" in Holzheim zeigt ab morgen in einer neuen Ausstellung Werke der Künstlerin Bettina Ballendat.

In der ersten Ausstellung nach der Sommerpause startet die Galerie "amschatzhaus" das Herbstprogramm mit den Arbeiten der Künstlerin Bettina Ballendat. Der Anblick ihrer Plastiken ist immer wieder überraschend, was besonders ihrer spezifischen Arbeitstechnik geschuldet ist: Denn diese Skulpturen bestehen ganz und gar aus Wachs, das Schicht um Schicht" aufgetragen wird.

Die Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf, die ihre Kompetenz auch sehr erfolgreich als Leiterin der "Bergischen Kunstschule" an ihre Schüler weitergibt, zeigt neue Arbeiten, die unmittelbar für die aktuelle Ausstellung entstanden sind. Unter dem Titel "portraits" sind intensive Skizzen, Collagen und Skulpturen zu sehen, die einmal mehr unter Beweis stellen, dass Bettina Ballendat einen ganz eigenen Weg der künstlerischen Darstellung eingeschlagen hat.

Da sind zum einen die "Menschen aus Wachs": mannshohe Skulpturen oder geheimnisvolle Kopfporträts und allen ist eigen, dass sie aus Kerzenresten entstanden sind und daher so schillernd wie schüchtern eine Vielzahl von Geschichten erzählen. Das Kerzenwachs ist in Hunderten von Texturen an- und abgetragen worden, um den Figuren Leben einzuhauchen - ein langer Prozess des Werdens .

Bettina Ballendat bedient sich in ihrem künstlerischen Werk stilsicher mehrerer Genres; dies belegen ihre gleichermaßen starken Beiträge auch in der Malerei, der Zeichnung und in den Collagen. In der aktuellen Ausstellung zeigt sie zudem noch Tuscheskizzen. Zarte Linien, die schon im Prozess des Suchens nach einem Weg auf dem Papier sehr präzise und formal perfekt gesetzt werden, bilden Personen und Handlungen ab, die in bestimmten Beziehungen zueinander stehen und Ruhe oder Spannung erzeugen.

Es ist augenscheinlich, dass Bettina Ballendat arbeitet, um dem Betrachter neue Facetten des Menschseins aufzuzeigen. Der "Mensch" als Kategorie und Dimension wird von ihr in jeder Arbeit neu erfunden und interpretiert, so vermittelt sie dem Beobachter auf eine besonders konzentrierte Weise einen Blick auf das Wesentliche des Lebens, von der Geburt bis hin zum Tod, sichtbar gemacht durch die vielen Schichtungen und Häutungen, die ein Mensch im Laufe seines Lebensgangs durchmacht. Erlebnisschichten legen sich übereinander, scheinen sich zuzudecken und bleiben im Untergrund dennoch stets präsent.

Info Hauptstraße 18, Eröffnung morgen, 16.30 Uhr, bis 2. November Besichtigung nach Vereinbarung unter 0171 5457885 oder 02131 5251920

Quelle: NGZ
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