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Neuss
Wahlwerbung für den Kirchenvorstand

Neuss: Wahlwerbung für den Kirchenvorstand
Vor zwei Jahren schon konnte Pfarrvikar Michael Arend die ausgegrabenen Kreuzwegstationen präsentieren. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Neuss. Im Erzbistum stehen Wahlen an, doch die Wahlbeteiligung ist gering. In der Gemeinde St. Peter Rosellen wird deshalb eine neue Kampagne gestartet, die alle Möglichkeiten der Mitwirkung aufzeigt. Denn in der Pfarre ist viel zu entscheiden. Von Christoph Kleinau

St. Peter braucht ein neues Dach, der Turm muss saniert, die Orgel restauriert werden, der Ausbau der Kita an der Brunnenstraße zur U-3-Einrichtung ist zu Ende zu bringen - und über die Restaurierung der vor zwei Jahren im Pfarrgarten von Messdienern ausgegrabenen Kreuzwegstationen ist auch zu sprechen. Große Aufgaben für die Gemeinde in Rosellen, die viel Geld kosten und über die der Pastor nicht alleine entscheidet. Das macht den Kirchenvorstand (KV) zu einem spannenden Gremium - doch kaum jemanden interessiert das. Weil auch im Pfarrverband der "Apostelgemeinden", zu dem noch Norf, Hoisten und Weckhoven gehören, die Wahlbeteiligung im einstelligen Bereich herumdümpelt, startet der Kirchenvorstand St. Peter eine so noch nicht gekannte Informations-Offensive. "Ein Testballon", gibt Michael Köhler zu, der geschäftsführende KV-Vorsitzende.

Dieses Gremium wird in allen Kirchengemeinden des Kölner Erzbistums am Wochenende 14. und 15. November zur Hälfte neu gewählt. Für St. Peter heißt das: Fünf von zehn Posten sind neu zu besetzen, die anderen fünf Mitglieder sollen in einem rollierenden System für Kontinuität in dem Gremium sorgen, in das jeder für sechs Jahre gewählt wird. Immerhin: Kandidatenmangel gibt es in St. Peter nicht. Es gibt acht Bewerber, die innerhalb von zwei Wochen für eine Kandidatur gewonnen werden konnten. Das sieht andernorts anders aus.

Sie alle stellen sich in einem Sonderdruck des Pfarrbriefes vor, der - mit QR-Codes für eine einfache Kontaktaufnahme versehen - ein Element der Info-Offensive ist und ab heute auch in den örtlichen Geschäften verteilt wird. In den Gottesdiensten wurde zudem das Gremium vorgestellt, doch weil damit nur die Kirchgänger erreicht werden, wird auch die Internetseite der Gemeinde erneuert. Und auch das Thema soziale Netzwerke sei aufgerufen, sagt Köhler.

Dass der 16-seitige Sonder-Pfarrbrief so dick ausgefallen ist, hängt damit zusammen, dass die Gelegenheit genutzt wird, die Struktur von Kirche und Gemeinde zu erklären und unterschiedlichste Mitwirkungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Denn in der Zukunft, so hält Wilhelm Kirchhoff als einer der acht Kandidaten zurecht fest, "wird die Entwicklung der Gemeinde noch stärker vom Engagement ihrer Mitglieder abhängen".

Der Kirchenvorstand als gesetzlicher Vertreter dieser Gemeinde, verwaltet zuvorderst Eigentum und Vermögen der rechtlich selbstständigen Pfarre. Dazu gehören in Rosellen die Verantwortung für die Kirche St. Peter, die Kapellen in Elvekum und Schlicherum, Pfarrheim, Bücherei und Kindergarten, der allerdings vom Kirchengemeindeverband "Neusser Süden" betrieben wird, an den die vier Apostelpfarren auch die Arbeitgeber-Verantwortung für Küster, Erzieher, Kirchenmusiker und Pfarramtssekretärinnen delegiert hat. "Überall, wo ein Vertrag geschlossen wird, wird die Gemeinde durch den Kirchenvorstand vertreten", sagt Köhler.

Quelle: NGZ
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