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Neuss
Waisenkinder werben um Hilfe für Uganda

Neuss: Waisenkinder werben um Hilfe für Uganda
Ritah und Maria besuchten den Kindergarten in Rosellen, in den sie auch Bilder aus dem Partnerkindergarten in Uganda mitbrachten. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Auf Einladung des Vereins "Menschenbrücke" ist Pfarrer Musoke Genza mit einer Lehrerin und zwei Waisen im Neusser Süden zu Gast. Von Christine Sommerfeld

"Guten Morgen, guten Morgen, wir winken uns zu", singen die Mädchen und Jungen aus dem Katholischen Kindergarten St. Peter Rosellen. Beim Morgenkreis ist an diesem Tag weit gereister Besuch zu Gast: Pfarrer Musoke Genza, Lehrerin Grace Nalwadda und die beiden Mädchen Maria (12) und Ritah (10) aus dem afrikanischen Uganda haben im Stuhlkreis Platz genommen. Pfarrer Genza, der den Seelsorgebereich Neuss-Süd im Sommer 2007 bei einer Urlaubsvertretung kennenlernte und seither regelmäßig zu Besuch kommt, hat selbst gemalte Bilder dabei und zeigt sie den Kindern. Die bunten Bilder sind im Kindergarten St. Aloys in Kyengere in Uganda entstanden, der mit Spendengeldern aus dem Neusser Süden gebaut wurde.

Wer Gäste erwartet, der bereitet sich darauf vor - und das haben auch die Kinder in Rosellen gemacht: Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen pflückten sie im Garten an der Brunnenstraße Äpfel, raspelten sie, rührten Kuchenteig an und backten daraus Apfelkuchen. Nun bieten sie allen davon an.

FOTO: Berns, Lothar (lber)

Auch Maria und Ritah probieren gerne. Sie haben erstmals Afrika verlassen und sind zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Flugzeug geflogen. Neugierig, aber ein wenig schüchtern schauen sie sich um. Auf Englisch können sie sich mit den Erwachsenen verständigen, unter den Kindern müssen ein Lächeln und ein paar Gesten reichen. "Es gefällt mir gut hier", meint Maria. Heimweh habe sie nicht, aber es sei etwas kalt in Deutschland.

Die beiden Waisenkinder sind während des 14-tägigen Besuchs der Gruppe aus Uganda bei ihrer Patenfamilie untergebracht, den Wermeisters aus Norf. Pfarrer Genza und Schulleiterin Nalwadda wohnen derweil bei Josefine Freibeuter. Die Vorsitzende des Vereins "Menschenbrücke" wird von Pfarrer Genza liebevoll "Mutti" genannt. 2008 war die 79-Jährige selbst in Uganda und hat sich dort ein Bild von der Lage gemacht: "Die Armut ist dort groß, die Menschen haben fast nichts", berichtet sie. Mit ihrem Verein "Menschenbrücke" sammelt sie seit 2009 Spenden für Masaka in Uganda. Durch die Spenden des Norfer Vereins wurden unter anderem bereits der Kindergarten und die Schule St. Aloys gebaut. Deren Leiterin staunt über die gute Ausstattung im Rosellener Kindergarten: "Es gibt so viel Spielzeug hier - und alle Kinder haben Schuhe", betont sie.

Die vier Gäste aus Uganda besuchen bis Samstag nicht nur die drei Kindergärten des Katholischen Familienzentrums Norf/Rosellen, sie feiern auch viele Gottesdienste mit und nehmen anschließend an Begegnungen mit den Gemeindemitgliedern aus Norf, Rosellen, Elvekum, Derikum und Hoisten teil.

Gesammelt wird im Moment aber nicht nur für den Partnerkindergarten und die Partnerschule St. Aloys in Kyengere/Uganda, sondern auch für den Wiederaufbau der kürzlich ausgebrannten St.-Kizito-Schule in Luvule/Uganda. Wie der Schulleiter an Josefine Freibeuter geschrieben hat, brannte der Mädchenschlafsaal in der Nacht des 10. Juli komplett aus. Nun seien 54 Mädchen obdachlos. "Sie schlafen hier auf dem Boden und die meisten von ihnen müssen sich eine Matratze teilen", berichtet Genza.

Quelle: NGZ
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