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Aus Der Geschichte
Was der Besenbinder über den Ort erzählt

Neuss. Denkmal erinnert an die Bauern und Taglöhner im Ort, denen das Besenbinden ein Zubrot sicherte.

Hoisten (-nau) Der Besenbindersaal der ehemaligen Gaststätte "Zur Mitte" steht noch, ist aber schon lange nicht mehr zu nutzen. Er soll für neue Wohnhäuser abgerissen werden, aber das verzögere sich immer wieder, sagt Klaus-Dieter Reichl. Der Brudermeister braucht aber diesen Saal genauso wenig wie den Besenbinderweg, um an die Besenbinder im Ort zu erinnern. Einen viel besseren Eindruck von dieser Arbeit gibt das Denkmal von Michael Franke, das 2002 von "seiner" St.-Hubertus-Schützenbruderschaft auf dem Dorfplatz aufgestellt wurde - als Geschenk an die Bevölkerung.

In früheren Jahrhunderten bildeten kleine Bauern und Taglöhner die größte Bevölkerungsgruppe im Ort. "Sie waren auf ein Zubrot angewiesen", sagt Georg Schmitz, der Archivar des Heimatvereins. Das Besenbinden war die eine Möglichkeit dazu, das Brennen von Tonpfeifen seit dem 30-jährigen Krieg die andere. Der "Pieffebäckisch Pitter" genannte Peter Ehl, dessen Haus an der Hochstadenstraße in den 1970er Jahren abgerissen wurde, gilt als letzter dieser Zunft, sagt Schmitz. Die Besenbinderei hatte sich seines Wissens schon in den 1930er Jahren erübrigt.

Ihr Material zum Besenbinden fanden die Hoistener in Form von Birkenreisern, die sie im Lohbusch schnitten, einem Wald zwischen Hoisten und Neukirchen. Als dieser Anfang des 19. Jahrhunderts gerodet wurde, um Ackerfläche zu gewinnen, wurden die Besen aus Ginster gemacht, den man vom Gohrer Berg holte. Im Heimatlied der Hoistener wird daran erinnert. Tonpfeife und Besen nahm der Heimatverein, der sich um Bewahrung und Sichtbarmachung von Geschichte und Kultur bemüht, 1998 auch in sein Vereinsschild auf. Das soll ausdrücklich kein Wappen sein.

Quelle: NGZ
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