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Neuss
Was der Schulentwicklungsplan vorsieht

Neuss: Was der Schulentwicklungsplan vorsieht
Eltern und Schüler der Comenius-Schule machen sich seit Monaten für die Umwandlung in eine Gesamtschule stark. Heute im Stadtrat geht es in die finale Phase. FOTO: woi
Neuss. Heute soll der Stadtrat den Entwicklungsplan für die weiterführenden Schulen verabschieden. Damit soll die Grundlage für die nächsten Jahre gelegt werden und Ruhe in die Schullandschaft kommen. Im Schulausschuss ging es hoch her. Von Andreas Buchbauer

Die intensive Diskussion um die Zukunft der Comenius-Schule und den Schulentwicklungsplan geht heute im Stadtrat in die finale Runde. Folgt der Rat der nur mit einer Stimme Mehrheit gefassten Empfehlung des Schulausschusses, dann wird die Comenius-Schule zum Schuljahresbeginn 2018/19 in eine Gesamtschule umgewandelt. Damit würde sich die Architektur der Schullandschaft in Neuss verändern: Von den derzeit zwei Sekundarschulen bliebe noch eine - die dann aber, auch das sieht der Schulentwicklungsplan vor, gestärkt werden soll. Mit einem Neu- und Anbau soll für die Sekundarschule Neuss die Grundlage zur Erweiterung auf Vierzügigkeit gelegt werden, zudem soll die Verwaltung besondere Maßnahmen im Hinblick auf Profilbildung und Ausstattung ergreifen. Der Schulentwicklungsplan soll die Grundlage für die kommenden Jahre legen.

Schülerzahl Laut Berechnungen werden in den nächsten Jahren durchschnittlich 1362 Schüler in die Jahrgangsstufe 5 der städtischen Neusser Schulen kommen - pro Jahr. Bei Klassen mit durchschnittlich 27 Schülern muss daher die Zügigkeit von derzeit 45 auf 51 erhöht werden. Laut Ratsbeschlüssen sind derzeit folgende Züge an den städtischen Schulen grundsätzlich eingerichtet: An den fünf Gymnasien gibt es jeweils mindestens vier Klassen in einem Jahrgang, die vier Gesamtschulen - davon sind die Gesamtschule Nordstadt und Gesamtschule Norf im Aufbau - haben ebenfalls vier Züge. Die Sekundarschule Neuss ist aktuell dreizügig, die Comenius-Schule als Sekundarschule hat vier Züge. Hinzu kommt die Realschule Holzheim mit zwei Zügen.

Gymnasien Nach Anträgen von CDU, Grünen und FDP werden die Züge auf "20 plus 1" festgelegt - mit wechselndem Standort je nach Anmeldeüberhängen.

Gesamtschulen Die Gesamtschule Nordstadt wird ab 1. August 2019 ebenso wie die Gesamtschule Norf auf sechs Züge erweitert. Zugleich könnte sich die Zahl der Gesamtschulen erhöhen - falls der Rat der Umwandlung der Comenius-Schule zustimmt. Die schwarz-grüne Koalition spricht sich aber für eine Gesamtschule ohne Oberstufe aus, die in der Sekundarstufe II zum Beispiel mit einem Gymnasium kooperiert. Jochen Reif, Leiter der Comenius-Schule, betont jedoch: "Wir halten eine Gesamtschule ohne Oberstufe für den völlig falschen Weg." Schwarz-Grün sieht das anders, für eine eigenständige Oberstufe fehle es an Schülern. Die FDP will die Comenius-Schule gleich ganz als Sekundarschule erhalten. Sollte das Votum des Schulausschusses im Rat gekippt werden, steht ein mögliches Bürgerbegehren im Raum. Die SPD kündigt ihre Unterstützung an.

Sekundarschulen Interessant ist die unterschiedliche Bewertung an den beiden Sekundarschulen. Während sich Jochen Reif, Schulleiter der Comenius-Schule, mit den Eltern für die Umwandlung in eine Gesamtschule einsetzt, macht Georg Balster, kommissarischer Leiter der Sekundarschule Neuss, deutlich, dass seine Schule in ihrer jetzigen Form bleiben möchte. "Meine Schule wird benötigt und möchte eigenständig in Neuss weiter existieren", betonte Balster im Schulausschuss. Dem kommt der Schulentwicklungsplan mit dem Ausbau nach. Die Comenius-Schule soll zudem ab 2019 sechszügig geführt werden. Dafür ist ein neues Gebäude erforderlich. Planung und Bau sollen nach Möglichkeit mit dem bereits beschlossenen Neubau der Dreikönigenschule umgesetzt werden.

Realschule Die Realschule Holzheim soll ab dem 1. August 2018 dreizügig geführt werden. Die Verwaltung soll erforderliche Baumaßnahmen prüfen. Offen bleibt, wie das ohnehin schon ausgelastete Gebäudemanagement alle Maßnahmen fristgerecht umsetzen kann.

Appell Die Verwaltung soll auf Antrag von CDU und Grünen einen Appell ans Land richten. Die fünften Klassen an den Gesamtschulen sollen mit nicht mehr als 27 Schülern (aktuell sind es in der Regel 31) besetzt werden, um mögliche Schulformwechsler am Ende der sechsten Klasse in allen Gesamtschulen aufzunehmen. Hier soll das Land für Rechtssicherheit sorgen.

Quelle: NGZ
 
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