| 00.00 Uhr

Serie Rätsel Der Stadt (10)
Was erzählt die Motte an der Erft?

Serie Rätsel Der Stadt (10): Was erzählt die Motte an der Erft?
Eine Hinweistafel erinnert an die Kyburg. Sie ist nur schwer zu lesen. FOTO: lue-
Neuss. Das Geheimnis des stark bewachsenen Erdhügels nahe der Erprather Mühle. Von Ludger Baten

weckhoven Wer von der Erprather Mühle entlang der Erft in Richtung Eppinghoven spaziert, der entdeckt nach nur 200 Metern linkerhand unvermittelt in der Auenlandschaft einen Erdhügel, der dicht bewachsen ist. Bäume, Sträucher und andere Pflanzen verwehren den Blick auf das, was an diesem geheimnisvollen Ort zu sehen ist. Folgt der Besucher einem (Reit-)Weg, der vom Erftufer in Richtung Weckhoven abzweigt, kommt er direkt am Rand der Schonung zu einer Informationstafel. Text und Grafik sind nur schwer zu lesen beziehungsweise zu deuten. Die Zeit und das Wetter haben Spuren hinterlassen. Gut zu entziffern ist aber am Kopf der Tafel, worum es geht: die Kyburg.

Von der Kyburg spricht der Volksmund, gemeint ist die Burg Erprath, die vermutlich im 13. Jahrhundert in der Erftaue gebaut wurde und am rechten Flussufer den Kontrapunkt zum Kloster Eppinghoven gegenüber setzte. Die Burg wurde 1586 im Truchsessischen Krieg zerstört.

Wer nach Mauerresten sucht, der muss weit in das Gebüsch vordringen, das den Zugang erschwert. Aber bis zu vier Meter hohe Reste eines Rundturms der Anlage sind noch erhalten, ebenso ein Abschnitt des Wehrgrabens, der aber immer mehr versumpft. Es fällt auf, dass die Burg offenbar auf einem künstlich angelegten Hügel errichtet wurde. Bei diesem Burgtyp wird am Niederrhein von einer Motte gesprochen. Sie stammen vielfach aus dem frühen Mittelalter und sind in der Region nicht selten. Auch im nur wenige Kilometer erftaufwärts entfernten Helpenstein stand eine Turmhügelburg, eine Motte.

In Weckhoven trägt eine Gemeinschaftsgrundschule den Namen Kyburg und erinnert an die Burg Erprath. Immer wieder wurde versucht, deren Überreste begehbar und erfahrbar zu halten; mit Daten und Fakten auf Tafeln die Besucher zu informieren. Aktuell ist es wieder schwierig geworden, die Motte Kyburg zu erkunden. Wer an der Info-Tafel ankommt, der steht vor einer Pflanzenwand. Auch am Erftwanderweg weist kein Schild auf die kleine Sehenswürdigkeit hin.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Serie Rätsel Der Stadt (10): Was erzählt die Motte an der Erft?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.