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Neuss
Was im Südbad alles vergessen wird

Neuss: Was im Südbad alles vergessen wird
Von Kuscheltier bis Fahrradhelm: Alexander Bride, Leiter der Neusser Bäder, mit einem Korb voll mit vergessenen Gegenständen. FOTO: Anja Tinter
Neuss. Die Mitarbeiter finden das ganze Jahr über Habseligkeiten - darunter Kurioses. Von Julia Zuew

Eine Kette, eine Uhr oder ein Handtuch - manchmal aber auch ein Plastikschlitten oder Winterstiefel werden im Neusser Südbad vergessen. "Das sind bergeweise Sachen, die hier liegengelassen werden", sagt Alexander Bride, Leiter der Neusser Bäder.

Rund 450 Gäste im Winter und rund 4000, manchmal sogar 6000 Menschen im Sommer besuchen das Bad. Dabei bleibt jede Menge liegen - meist in den Umkleiden. Wer glaubt, nur im Sommer würde der Fundus mit fremden Habseligkeiten platzen, der irrt sich: "Auch im Winter werden viele Sachen vergessen", sagt Bride. Bei manchen Fundstücken würden sich die Mitarbeiter wundern, wie die Badegäste nach Hause kommen - zum Beispiel bei dicken Winterschuhen. "Eine Kuriosität war ein Plastikschlitten, mit dem jemand wohl schwimmen wollte. Der ist dann liegengeblieben und wurde auch nicht abgeholt", sagt Bride. Wertvolle Gegenstände würden aber gewöhnlich recht schnell vermisst und gesucht.

Manchmal können die Besitzer auch telefonisch erreicht werden. Dies gilt nicht nur für Handys -manchmal tut es auch die vergessene Uhr: "Eine Mitarbeiterin hat eine gefundene Armbanduhr begutachtet und dabei auf die Knöpfe gedrückt", sagt Bride. "Dann hörte sie plötzlich eine Stimme und wusste erst überhaupt nicht, wo diese herkam." Am anderen Ende der Leitung - beziehungsweise des Mobilfunksignals - war der Besitzer des Geräts. Die gefundene Smartwatch war mit einer Sim-Karte versehen.

Für die Aufbewahrung der Fundstücke gibt es im Bad ein festes System: Die gefundenen Habseligkeiten werden wochenweise in Kisten sortiert. Zwei bis drei Monate wird das verlorene Hab und Gut aufbewahrt - dann wird es eingetütet und zum Fundbüro der Stadt gebracht. "Manche holen ihre Sachen auch erst nach vier Wochen oder später ab", berichtet Bride. Gegenstände, deren Wert auf zehn Euro oder mehr geschätzt wird, müssen protokolliert werden. In regelmäßigen Abständen bringen Mitarbeiter der Bäder gesammelte Sachen dann ins Fundbüro. Was auch dort nicht abgeholt wird, landet später meist in sozialen Einrichtungen oder an anderen Stellen, wo die Fundsachen noch Verwendung haben könnten. Informationen über den Verbleib des Plastikschlittens sind jedoch nicht bekannt.

Quelle: NGZ
 
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