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Neuss
Was Weihnachten auf den Tisch kommt

Neuss: Was Weihnachten auf den Tisch kommt
Schlesische Weißwürste sind über die Feiertage in der Metzgerei Matzner seht begehrt. Thomas (links) und Poldi Matzner (rechts) sorgen dafür, dass das selbst hergestellte Angebot reicht. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Weihnachtszeit ist Festschmauszeit - deswegen organisieren alle, die ihre Lieben bekochen, weit vor Heiligabend. Wir durften uns in der Metzgerei Matzner, im Neusser Käseladen und in der Konditorei Wegel anschauen, was bestellt wird. Von Vera Straub-Roeben

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Und da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, machen sich die Köche in den heimischen Küchen bereits lange vor dem Fest Gedanken, was sie ihren Lieben an den Feiertagen servieren wollen. "Die ersten Bestellungen bekommen wir bereits Mitte November", sagt Leopold Matzner von der gleichnamigen Metzgerei. Nur zu Weihnachten und Silvester produziert und eine heiß begehrte Spezialität ist die Schlesische Weißwurst, ein Kalbsbrät mit zitroniger Note.

Schwer zu tragen hat Matzner an den zwei Aktenordnern, die rund 600 Bestellungen für Weihnachten und Silvester enthalten - alles per Hand aufgeschrieben, in doppelter Ausführung. In einer blauen Kladde, die er nicht aus der Hand gibt, hält Matzner die Mengen fest, die er für die Vorbestellungen benötigen wird. Das kostet ihn einen ganzen Abend, ermöglicht es aber auch, spontanen Kunden sagen zu können, was noch da ist und was nicht. Für jedes Pfund Weißwurst ein Strich - und es sind viele Striche zu sehen.

Michael Wegel musste in seiner Konditorei Stollen nachproduzieren. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)

"An Heiligabend öffnen wir bereits um 6 Uhr, aber schon um kurz nach 5 werden die ersten Kunden vorm Geschäft stehen", weiß er. Dann arbeiten die Angestellten die akribisch vorbereiteten Listen ab. Die Kühlhäuser sind entsprechend geordnet, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. "Früher haben wir die ganze Nacht hindurch gearbeitet, doch das ist inzwischen nicht mehr nötig", sagt Matzner. Aber ein, zwei Überstunden seien es in den Tagen davor schon. Und nach Weihnachten? "Nach Weihnachten ist vor Silvester", sagt Leopold Matzner und lacht. "Da ist es ähnlich aufwendig, aber nicht mehr ganz so stark." Eines ist aber sicher: Bei all dem Trubel verlieren er und sein Team niemals die gute Laune.

Fleisch ist jedoch nicht das einzige, was das Weihnachtsmenü perfekt macht. Auch Käse wird gerne serviert. Viele Neusser besuchen deshalb den Neusser Käseladen von Thomas Coenen, in dem sie Sorten fernab des üblichen Supermarkt-Sortiments finden. Besonders in den Tagen vor Weihnachten und Silvester ist es ein Kommen und Gehen in dem kleinen Ladenlokal. "Wir führen verschiedene Käse aus mehreren Regionen Frankreichs, aus der Schweiz, aus Österreich, Holland, Spanien und Italien", erklärt der Fachmann, der sich viel Zeit für die Beratung seiner Kunden nimmt.

Thomas Coenen vom Neusser Käseladen FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)

Etwa zwei Wochen vor Weihnachten trudeln bei ihm die ersten Bestellungen ein, zum Beispiel Raclette-Käse, rund 40 sind es insgesamt. "Die bereite ich dann am Morgen, bevor wir öffnen, vor", sagt Coenen. Auch wenn die Bestellungen an Heiligabend Priorität haben, können Kurzentschlossene auch noch Käse kaufen.

Satt und in gemütlicher Runde lehnen sich die Gäste nach dem Essen entspannt zurück. Aber halt: Nachtisch geht doch immer! Und den finden Neusser unter anderem in der kleinen Konditorei von Michael Wegel. Hier gibt es Teilchen, Gebäck, Torten und den beliebten Weihnachtsstollen, der in diesem Jahr sogar noch einmal nachproduziert werden muss. "Mit den Vorbestellungen hält es sich bei uns in Grenzen", sagt Wegel, der die rund 20 Kundenwünsche an einer Zettelwand festhält. "Die meisten kaufen den Stollen und die Plätzchen schon vorher." Bestellt wurden etwa Schwarzwälder Kirschtorte, Buttercreme und Marzipan oder frische Obsttorten - also wenig weihnachtlich.

Quelle: NGZ
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