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Neuss
Wassergraben treibt Kosten für Sportanlage

Neuss: Wassergraben treibt Kosten für Sportanlage
Beim Ortstermin beobachteten die Politiker, wie die Tribüne über der künftigen Sprintstrecke Stück für Stück montiert wird. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Dem Sportausschuss wurde beim Ortstermin auf der Ludwig-Wolker-Sportanlage erläutert, warum er weiteren Ausgaben zustimmen soll. Von Christoph Kleinau

Zweimal schon haben Stadt und Politik die Baukosten für das Leichtathletikzentrum auf der Ludwig-Wolker-Sportanlage gedeckelt, zweimal schon wurde dieser Deckel anschließend wieder gelüftet. Ob er denn diesmal endgültig auf dem "Topf" bleibe, war eine der zentralen Fragen, als gestern bei einem Ortstermin der Baufortschritt begutachtet wurde. Schließlich sind die Kosten inzwischen auf 1,82 Millionen Euro angewachsen.

Der Baustellenbesuch war angeboten worden, nachdem der Sportausschuss vergangene Woche noch einmal nachschießen sollte. Zwar "nur" 15 000 Euro, aber die sollten für eine Anlage ausgegeben werden, die eigentlich nur alle Jubeljahre benötigt wird: den Wassergraben, von einigen gestern auch Tümpel genannt. Zum Einsatz kommt er nur beim so genannten Hindernislauf, der selbst in der Leichtathletik eher als Randsportart gilt.

Toeren Welsch und seine SPD hatten sich deshalb vorher schlaugemacht, konnten am Ende aber leichten Herzens einer erneuten Finanzhilfe zustimmen. Denn der Vorsitzende des Leichtathletik-Landesverbandes habe der SPD bestätigt, dass die Wolker-Sportanlage "nur durch den Wassergraben einen herausragenden Charakter bekommt", fasste Welsch zusammen.

Für die CDU hatte Mario Meyen mit anderen Argumenten Zustimmung signalisiert. Für eine Kreismeisterschaft würde man den Graben nicht benötigen, sagte er, aber wenn - wie von Guido Kluth und der DJK Rheinkraft angekündigt - jetzt sogar Europameisterschaften der Gehörlosen nach Neuss geholt werden könnten. Kurz und gut: Die Wolker-Anlage muss dafür zu einer "Kampfbahn Typ B" werden. Mit der baulichen Erweiterung sei dieser Standard aber erreicht, beantwortete Norbert Seeger vom ausführenden Willicher Landschaftsarchitekten-Büro Mueller und Partner entsprechende Anfragen. Damit vergrößert sich das Spektrum der Anlage. Als erstes Neusser Schwerpunktzentrum soll sie vorrangig dem Schulsport und den Leichtathletik-Vereinen neue Impulse geben, kann nun allerdings auch Austragungsort für höhere Wettbewerbe und größere Sportfeste sein.

Der Zeitpunkt des Ortstermins war gestern gut gewählt, denn nachdem seit dem Baubeginn im August vor allem Erdarbeiten gemacht wurden, wachsen nun die Aufbauten in die Höhe. Auf die fertigen Fundamente der Tribüne werden seit gestern die Träger für das Dach montiert. Die Mehrkosten in Höhe von 300 000 Euro für diesen Wetterschutz, der auf der 70 Meter langen Kurzsprintstrecke darunter einen ganzjährigen Trainingsbetrieb garantiert, war die größte Position bei den Nachbesserungen.

Momentan, so erklärte Seeger, sehe er nichts, was eine erneute Kostenüberschreitung befürchten lasse. Sein Hauptargument: 70 Prozent der Arbeiten sind erledigt, darunter alle teuren. Zum Beispiel die Vermörtelung des Untergrundes, auf den derzeit der Unterbau für die Kunststofflaufbahn aufgebracht wird. Diese Herrichtung des Bodens sei deutlich teurer geworden als veranschlagt.

Quelle: NGZ
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