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Neuss
Wenn am Strand der Lehrer lauert

Neuss: Wenn am Strand der Lehrer lauert
FOTO: dpa
Neuss. Sommer, Sonne, Ferien - doch nichts ist für Schüler so blöd, wie ihrem Lehrer an der Strandbar zu begegnen. Wenn es in den Urlaub geht, gilt daher: Augen auf! Unsere Redaktion hat sich umgehört, wohin es Lehrer in den Sommerferien zieht. Von Andreas Buchbauer

Dieses Galway kann ein verflixter Ort sein. Bekannt ist die knapp 200 Kilometer von Dublin entfernt an der irischen Westküste gelegene Stadt für ihre traditionellen Pubs und als Zentrum des Irish Folk. Und für Touristen ist das auch als Irlands Partyhauptstadt bekannte Galway ein Muss auf der Rundreise. Falls es Neusser Schüler, die mit Freunden und ohne Eltern unterwegs sind, in den Ferien dorthin zieht, sollten sie eins wissen: Achtung, Lehreralarm!

Die NGZ hat sich an Neusser Schulen umgehört, wo die Pädagogen ihren Urlaub verbringen - und Irland steht bei vielen Lehrern hoch im Kurs.

Für die Schüler heißt das: Augen auf! Es kann schließlich ziemlich blöd sein, mit dem womöglich nicht mal ersten Guinness in der Hand einem Lehrer über den Weg zu laufen, während die Band vorne "The Irish Rover" fiedelt. Und beim Besuch historischer Stätten - daran ist Irland ja alles andere als arm - ist durchaus ein unverhofftes Treffen mit dem eigenen Geschichtslehrer drin. Der fragt dann zwar vermutlich nichts ab, könnte aber seinerseits einen kleinen Geschichtsexkurs anbieten.

Gefragt ist Irland als Reiseziel zum Beispiel an der Gesamtschule Norf. Schulleiterin Sjaga Sjölund weiß, dass es Kollegen in die knapp 4,6 Millionen Einwohner zählende Republik zieht. "Auf Rundreise mit dem Wohnmobil", sagt Sjölund. Sie selbst wird einen Teil der Ferien jedoch in der Bretagne verbringen. Schüler, die es auf die größte französische Halbinsel an die Atlantik-Küste zieht, könnten also ihre Schulleiterin treffen. Und nicht nur sie: Stefan Kremer, Schulleiter des Gymnasiums Norf, weiß, dass auch viele seiner Kollegen nach Frankreich fahren. Die Bretagne steht dabei keineswegs alleine oben auf der Liste. "Es gibt ja auch viele frankophile Lehrer, die ihren Sommer gerne in Südfrankreich verbringen", sagt Kremer.

Andere Lehrer aus dem Kollegium des Norfer Gymnasiums zieht es zum Beispiel ganz klassisch in den Club-Urlaub nach Spanien oder zum Fahrradurlaub an die Donau. Da geht's dann in der Regel von Passau bis Wien - mit vielen Zwischenstopps. Schulleiter Stefan Kremer wird einige Tage in München ausspannen. Und weitere Kollegen von Saga Sjölund reisen zum Entspannen nach Menorca, also auf die kleine Schwesterinsel von Mallorca.

Entwarnung für den Schüler-Party-Urlaub auf der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen bedeutet das allerdings nicht. Auch nach Mallorca zieht es einige Lehrer von Neusser Schulen - wenn auch nicht direkt an den Ballermann.

Vor allem beim Ausflug aufs mallorquinische Land sollten Schüler jedoch die Augen offenhalten. Achim Fischer, Schulleiter der Janusz-Korczak-Gesamtschule, kennt die Vorlieben mancher Kollegen. "Da geht's dann zum Beispiel zum Wanderurlaub nach Mallorca", sagt er. Andere nutzen die schulfreie Zeit für Reiterferien in Dänemark, dorthin zieht es auch Achim Fischer selbst. Unverhoffte Treffs von Schülern und Lehrern gibt's erfahrungsgemäß auch immer wieder an den Flughäfen in der Region. NRW-weit sind gestern 195.000 Lehrer und rund 2,5 Millionen Schüler in die Sommerferien gestartet.

Gerade zum Ferienstart werden auf den Flughäfen so viele Passagiere abgefertigt wie an keinem anderen Tag. Am Airport Düsseldorf waren gestern rund 700 Flugbewegungen von den Airlines gemeldet. Nach Angaben des Flughafen Düsseldorfs war es daher der verkehrsreichste Tag der gesamten Ferienzeit.

Bei den Urlaubszielen steht Spanien ganz oben. Auch Reiseziele in Deutschland sind beliebt. Wegen der Terrorgefahr und der politisch instabilen Lage meiden viele Reisende hingegen die nordafrikanischen Staaten sowie die Türkei.

Quelle: NGZ
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