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Neuer Ikea-Markt
Wenn der Feld- zum Schleichweg wird

Neuer Ikea-Markt: Wenn der Feld- zum Schleichweg wird
Unter anderem müssen sich Radfahrer und Fußgänger den Feldweg, der in der Straße "Auf dem Berg" mündet, mit Autos teilen. Diese dürfen dort aber eigentlich nicht fahren. FOTO: Konietzny
Neuss. Eigentlich führen die Anwohner der Straße "Auf dem Berg" ein ruhiges Leben. Doch seit den Straßensperrungen rund um den neuen Ikea-Markt wird vor allem ein Wirtschaftsweg zur beliebten Ausweichroute bei Autofahrern. Von Simon Janssen

Schon um 5.30 Uhr in der Früh, wenn Rolf Drescher die erste Runde mit seiner Hündin Nele geht, ist Betrieb auf dem Feldweg. Immer wieder fahren Autos, aber auch Motorräder an ihm vorbei. Und zwar in beide Richtungen. Dabei gibt es ein Problem: Eigentlich dürften sie dort gar nicht fahren, denn der nicht asphaltierte Weg, der in der Straße "Auf dem Berg" mündet, ist lediglich für landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben. Dass dennoch andere Verkehrsteilnehmer dort entlangfahren, ärgert Rolf Drescher und auch einige seiner Nachbarn sehr.

Die Straße "Hüngert" nahe dem neuen Ikea-Markt auf Kaarster Stadtgebiet ist zwar offiziell noch gesperrt, "viele fahren dort aber trotzdem entlang, seitdem dort wieder eine Asphaltdecke zu finden ist", sagt Drescher. Seitdem die Straße "Hüngert" wieder befahrbar ist, sei der Schleichweg, der an seinem Haus vorbei führt, zwar weniger frequentiert, doch rege genutzt würde er trotzdem noch. "Die meisten nutzen den Weg, um über die Brücke zur Geulenstraße zu fahren", erklärt Drescher.

Die Situation ist auch für Marcus Konietzny ein großes Ärgernis. Der Anwohner ist sogar noch einen Schritt weitergegangenen, indem er in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder unerwünschte Autofahrer fotografierte und sich ihre Kennzeichen notierte. Auch die Fahrtrichtung und eine Beschreibung des Fahrzeughalters leitete er ans Straßenverkehrsamt weiter. "Leider sind wir nicht den ganzen Tag anwesend und können auch nicht alle fotografieren, die hier langfahren. Aber wir werden weiter mithelfen, diesen Schleichverkehr hier lahmzulegen", sagt der Anwohner.

FOTO: Marcus Konietzny

Seinen Schilderungen zufolge beführen die Autos und Motorräder den Feldweg sogar teilweise mit erhöhtem Tempo. Manch einer passiere den Weg schätzungsweise mit 50 Kilometern pro Stunde. "Das ist eine Gefahr. Vor allem für Kinder", sagt der 53-Jährige, "zudem wirbeln die Fahrzeuge viel Staub auf." Zwar hatte Konietzny bereits umfangreichen E-Mail-Verkehr mit der Stadt. Doch zufrieden ist er mit dem Ergebnis nicht. "Die Nachbarschaft um Ikea herum scheint den Behörden nicht wichtig", sagt der Anwohner, der sich zum Beispiel eine bessere Beschilderung wünscht.

Wie Stadtsprecherin Miriam Hartig auf Nachfrage mitteilte, ist der Fall der Verwaltung bekannt. "Wir bekommen immer wieder Hinweise, dass dieser Feldweg von Autofahrern genutzt wird", sagt die Pressereferentin. Es habe bereits Gespräche mit der Polizei gegeben, die diese Fälle einordnen müsse. Es stehe jedoch ein gut sichtbares Schild an der Zufahrt zum Feldweg, das darauf hinweist, dass dieser nur für landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben ist. "Wir können nur an die Autofahrer appellieren, diesem Schild zu folgen", sagt Alexandra Hartig. Norbert Jurczyk vom Amt für Verkehrslenkung fügt hinzu: "Ja, es finden dort Ausweichverkehre statt. Der Weg ist aber nicht sonderlich attraktiv. Allein, weil die Fahrzeuge dort dreckig werden können", sagt Jurczyk. Zudem sei es nicht möglich, "jedes illegale Verhalten technisch zu unterbinden".

FOTO: Marcus Konietzny

Im Rahmen der Ikea-Eröffnung führte die Polizei rund um das neue Möbelhaus Fahrzeugkontrollen durch. "Wir waren unterstützend aktiv und haben positives Feedback bekommen", sagt Polizeisprecherin Daniela Dässel. Die Problematik mit dem Feldweg an der Straße "Auf dem Berg" sei der Polizei bekannt: "Wir wissen davon und gehen den Hinweisen nach."

Quelle: NGZ
 
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