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Neuss
Werhahn hat Erfolg mit Vertrieb 4.0

Neuss: Werhahn hat Erfolg mit Vertrieb 4.0
Legten gestern Top-Bilanz vor: Anton Werhahn und Kathrin Dahnke. FOTO: Werhahn KG
Neuss. Mit Internet, TV-Shopping und 2,5 Milliarden Tonnen Steinen in die Zukunft. Von Ludger Baten

A = B = C. In dieser simplen Gleichung packt die Neusser Werhahn KG das angepeilte Ergebnis ihrer strategischen Zielsetzung. Ins reale Leben übersetzt bedeutet die Gleichung, dass der Mischkonzern, eins der großen deutschen Familienunternehmen, drei gleich große Geschäftsbereiche entwickelt: Baustoffe (A), Konsumgüter (B) und Finanzdienstleistungen (C).

Konsumgüter (Zwilling) und Finanzdienstleistung (abcfinance sowie Bank 11) expandieren. Dabei vertrauen die Neusser längst digitalen Vertriebskanälen. In China erzielt Zwilling fast zehn Prozent seines Vor-Ort-Umsatzes übers Internet, ist erfolgreich beim TV-Shopping; hierzulande sind die Finanzdienstleistungen weitgehend internetbasiert. Offenbar hat Werhahn den Eintritt in den digitalen Markt nicht verschlafen. Mehr noch. Die Neusser sind initiativ. "Das ist ein Ergebnis unserer langfristigen Überlegungen", sagt Vorstandssprecher Anton Werhahn.

2010 machten sich die Verantwortlichen in der Zentrale an der Königstraße auf den Weg, 2020 soll die Gleichung A = B = C Realität sein - da ist die gestern vorgelegte Bilanz fürs Geschäftsjahr 2015 so etwas wie ein Halbzeitbericht. Wenn Werhahn nun "das bislang beste operative Ergebnis in unserer 175-jährigen Unternehmensgeschichte" feiert, dann ist das trotz "insgesamt günstiger Rahmenbedingungen" sowie flankierenden "bedeutenden positiven Einmaleffekten" Lohn für einen bereits seit Jahren währenden Prozess, in dem die werhahnsche DNA die Orientierung gibt: die Risiken verteilen (Diversifikation), auf die wichtigen Geschäftsfelder konzentrieren (Fokussierung) und sich die Fähigkeit bewahren, den Marktentwicklungen flexibel anzupassen (Wandlungsfähigkeit).

Im Klartext: Werhahn trennt sich konsequent von (un-)geliebten Kindern, wenn es an der Zeit scheint, und investiert in neue Geschäftsbereiche. Zwei einfache Zahlen belegen Weg und Erfolg: Die erst 2011 gegründete Bank 11 beschäftigt bereits mehr Menschen als es die Neusser Mühle einst tat. Als Werhahn vor zwei Jahren die Mühlen verkaufte, zählten sie in Neuss inklusive Hauptverwaltung 150 Beschäftigte. Bei Bank 11 sind heute mehr als 200 Frauen und Männer tätig.

Dennoch tut Werhahn das Neue, ohne Bewährtes zu vernachlässigen: Der Traditionsbereich Baustoffe ist top und nachhaltig. Gewaltige 2,4 Milliarden Tonnen Steine auf genehmigten Abbauflächen sind im Bestand. Soll heißen: Der altgediente Baustoffe-Bereich (A) ist noch für die Wachstumsbringer Konsumgüter (B) und Finanzdienstleistungen (C) das Maß der Dinge, wenn die Gleichung gelingen soll: A = B = C.

Quelle: NGZ
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