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Neuss
Werhahn KG macht deutlich mehr Gewinn

Neuss. Der Neusser Mischkonzern legt gute Zahlen für 2014 vor und erwägt eine Erweiterung des Vorstandes. Von Andreas Gruhn

Drei Jahre lang kannte das Ergebnis des Neusser Traditionskonzerns Wilh. Werhahn KG nur den Weg nach unten. Das ist vorbei. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte der Familienkonzern einen Überschuss in Höhe von 105 Millionen Euro (2013: elf Millionen). Der Umsatz wuchs leicht auf fast 3,2 Milliarden Euro, und die Bilanzsumme (die Summe aller Vermögenswerte) legte um 301 Millionen Euro auf nun 5,2 Milliarden Euro zu. Das Eigenkapital wuchs ebenfalls um 55 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro. Es sind gute Zahlen, die Vorstandssprecher Anton Werhahn und Finanzchefin Kathrin Dahnke gestern für das Jahr 2014 vorlegten.

"Im Jahr 2013 hatten wir einige Aufwendungen im Zusammenhang mit unseren Backprodukte-Aktivitäten zu verkraften einerseits, und andererseits ist das Geschäftsjahr 2014 in allen unseren Aktivitäten deutlich besser gelaufen als das Jahr 2013", sagte Anton Werhahn. "Zwei Effekte haben sich im Unterschied zu 2013 bemerkbar gemacht."

Besonders deutlich legten die Bereiche Konsumgüter (Zwilling Küche, Zwilling Beauty Group, Friseurbedarf Jaguar/Tondeo) zu. Das Geschäftsvolumen wuchs um 21 Prozent auf 651 Millionen Euro. Ebenfalls deutliche Zuwächse verbuchte der Mittelstands-Finanzierer ABC-Finance. Der Umsatz kletterte auf 824 Millionen (plus 11 Prozent). Aber auch die Bank11, das einzige in Neuss sichtbar gebliebene Aushängeschild des Konzerns, entwickelte sich spürbar. Die Neugeschäfte des 2011 gegründeten Autofinanzierers legten um 30 Prozent zu, und die Summe der ausgezahlten Kredite wuchs auf 797 Millionen Euro (plus 34 Prozent). "Bei der Bank11 ist von Beginn an ein sehr tragfähiges Geschäftsmodell verfolgt und konsequent umgesetzt worden: ein fokussiertes Produktangebot zu günstigen Konditionen", sagte Werhahn.

Die Bank hat ihr Netz an Handelspartnern deutlich auf nun über 5300 vergrößert. Zuletzt ist das Institut eine Kooperation mit dem US-Elektroautobauer Tesla eingegangen, die eine Kreditfinanzierung verschiedener Modelle für den deutschen Markt vorsieht. "Das Thema Elektromobilität steht noch am Anfang, aber Elektromobilität ist politisch gewollt", sagte Werhahn, der auch nach weiteren Kooperationen Ausschau hält. "Sobald sich etwas anbietet, stehen wir für weitere Kooperationen mit Autobauern zur Verfügung."

Wachstum funktioniert auch durch Übernahmen, im Geschäftsjargon Akquisitionen genannt. Durch Zukäufe entstanden 2014 drei Prozent des Umsatzzuwachses. Und so soll es auch weitergehen. "In den Bereichen Konsumgüter und Finanzierungen sehen wir genügend organische und anorganische Entwicklungsmöglichkeiten in den nächsten Jahren", sagte Finanzvorstand Kathrin Dahnke, die im vergangenen Jahr die Nachfolge von Michael Werhahn als Verantwortliche für die Finanzierungsgeschäfte angetreten hatte. Dahnke bildet seit dem Weggang von Claus Holst-Gydesen im September allein den Vorstand mit Anton Werhahn. Dabei soll es aber nicht bleiben. Der Konzern plant eine Neuorganisation an der Spitze. Anton Werhahn bestätigte gestern: "Es gibt Überlegungen, den Vorstand zu erweitern."

Quelle: NGZ
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