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Neuss
Whitesell-Gruppe wird aufgespalten

Neuss. Insolvenzverwalter verkauft zwei von vier Werken. Neusser Firma nicht dabei. Von Christoph Kleinau

Der Versuch, die insolvente Whitesell-Firmengruppe mit ihren vier deutschen Werken im Paket zu verkaufen, ist gescheitert. Auf einer Betriebsversammlung eröffnete gestern Insolvenzverwalter Biner Bähr der noch 116-köpfigen Belegschaft der Neusser Schraubenfabrik, dass er für die Schwesterwerke in Beckingen (Saarland) und Schrozberg (Baden-Württemberg) einen Käufer gefunden hat, für ihre Firma aber noch nicht. Aber er sei noch in Verhandlungen.

"Wir sind deshalb sehr niedergeschlagen", gibt der Betriebsratsvorsitzende Karlheinz Salzburg die allgemeine Stimmung der Versammlung wider. Denn die Mitarbeiter des Traditionsunternehmens fürchten, dass - nachdem das Paket nun einmal aufgeschnürt ist - nun das Rosinenpicken der Investoren anfängt. Kommt das Neusser Werk nun auf die "Resterampe"?

Insolvenzverwalter Bähr betonte, dass er noch mit einem Investor in Verhandlungen steht, der allein an dem Neusser Werk interessiert ist, und einem, der das Werk am Hauptbahnhof gemeinsam mit dem letzten Schwesterwerk in Neuwied erwerben möchte. Diese Verhandlungspartner hätten ebenso wenig Interesse an den Werken in Schrozberg und Beckingen gehabt, wie umgekehrt die dort einsteigende Koninklijke Nedschroef Holding, die Fabriken in Neuwied oder Neuss hätte haben wollen.

Nedschroef, so betont Bähr in einer Pressemitteilung, habe den notariellen Kaufvertrag am Dienstag in Düsseldorf unterzeichnet. Der Verkauf stehe noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Für Bähr aber ist dieses (Teil)-Geschäft dennoch ein wichtiger Schritt zur Sanierung des Automobilzulieferers Whitesell. Der Kauf der beiden Werke sei für den niederländischen Anbieter komplexer Verbindungssysteme die erste Aquisition nach Übernahme des Unternehmens durch die chinesische Shanghai Prime Machinery Company Limited im vergangen Jahr.

Im Vorjahr hatte der US-Konzern Whitesell für seine deutschen Werke eine Restrukturierung angekündigt, das Neusser Werk aber zum Jahresende schließen wollen. Dazu kam es nicht. Stattdessen meldete er für die Werke im Januar Insolvenz an.

Quelle: NGZ
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