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Neuss
Wie Senioren sicher Rad fahren

Neuss. Die Polizei bot jetzt zum ersten Mal ein Seminar für ältere Radfahrer an. Von Elena Burbach

Mit dem Frühling beginnt auch die Fahrradsaison. Damit sich vor allem ältere Radfahrer auf den Neusser Straßen sicher fühlen können, führte die Polizei nun erstmalig das Seminar "Senioren als sichere Radfahrer" im Ons-Zentrum durch.

In der knapp zweistündigen Veranstaltung gab Polizeioberkommissar Jürgen Kreuels den rund 20 Teilnehmern Tipps und Verhaltenshinweise, um das Unfallrisiko zu senken. Dabei seien Senioren statistisch gesehen nicht wesentlich häufiger in Unfälle verstrickt als andere Verkehrsteilnehmer. Fakt sei aber, dass die Verletzungen bei Senioren weitaus schwerwiegender seien und die Genesung wesentlich langsamer verliefe. Neben dem Rehabilitationsvermögen lassen im Alter eben auch das Seh- und Hörvermögen sowie die Reaktionsgeschwindigkeit und die Beweglichkeit nach. Der Oberkommissar appellierte deshalb an die Teilnehmer, ihre Schwächen einzuschätzen und danach zu handeln. "Erkennen, akzeptieren, handeln", lautet seine Faustregel.

Die Gefahrenquellen würden für Senioren schließlich auch nicht weniger. Polizeioberkommissar Mike Schween, der die Seminare in Neuss künftig durchführen wird, machte auf das Gefahrenpotenzial von Elektrofahrrädern aufmerksam - ein Thema, zu dem die Polizei eine extra Schulung anbietet.

Insgesamt finden sich auf der Website der Polizei elf Seminare über Gefahren für Senioren im Straßenverkehr - unter anderem auch für ältere Autofahrer. Als Ergänzung zum theoretischen Fahrradseminar wird dort auch ein Fahrsicherheitstraining angeboten. Gruppen ab sechs Personen können über die Website der Polizei eine Informationsveranstaltung organisieren. Das Interesse an dem neuen Angebot, so Kreuels, sei derzeit sehr groß.

Im vergangenen Jahr sind im Rhein-Kreis insgesamt 271 Senioren im Straßenverkehr verletzt worden, 120 davon waren mit dem Fahrrad unterwegs. Kreuels machte die Teilnehmer darauf aufmerksam, wie sie der Gefahr aktiv vorbeugen können. Für ein Aha-Erlebnis sorgten unter anderem Hinweise über die richtige Bekleidung. Im Vergleich zu dunklen Kleidungsstücken, die man erst ab einem Abstand von 20 Metern erkenne, oder hellen (ab 40 Metern) würden Reflektoren an der Kleidung die Erkennbarkeit auf 125 bis 150 Meter verbessern. Neben solchen hilfreichen Tipps gab Kreuels auch eine Einführung über gesetzliche Änderungen im Straßenverkehr. Außerhalb des Skriptes stand der Beamte für allgemeine Fragen zum Thema zur Verfügung.

Quelle: NGZ
 
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