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Neuss
Wiederentdeckung eines französischen Chansonniers

Neuss. Französischer Liederabend im Landestheater.

Der französische Chansonier Léo Ferré ist in Deutschland weitestgehend unbekannt. Der Schauspieler und Sänger Rainer Scharenberg widmete ihm jetzt im Rheinischen Landestheater in Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Kulturkreis einen ganzen Abend.

Von Henning Nierstenhöfer am Klavier und Wolfgang Proppe am Akkordeon begleitet singt der Schauspieler Ferrés Chansons. Die Übersetzung ins Deutsche tut der Poesie, mit der Ferré von Liebe und Anarchie erzählt, keinen Abbruch. Trotz seiner Kindheit in einem katholischen Internat vertritt er das Ideal der Freiheit. Entsprechend scharfzüngig kommen Ferrés Chansons daher, geben beispielsweise einer Hure den Namen "Marseillaise" und schildern das Leben der "einfachen Leute" im Frankreich des 20. Jahrhunderts. Humor und Ernsthaftigkeit liegen dabei oft nah beieinander.

Zwischendurch erzählt Scharenberg aus dem Leben Ferrés, der, 1916 in Monaco geboren und 1993 in Italien gestorben, einer der größten Chansonniers und Komponisten seiner Zeit war. Ferrés Nachlass umfasst unter anderem auch Vertonungen von François Villons.

"Ich bin ein großer Fan von Ferré, der in Frankreich bekannt, beliebt und viel gecovert ist. Deshalb wünsche ich mir, dass er auch in Deutschland eine größere Verbreitung findet.", erzählt Scharenberg. Durch eigene Übersetzungen und Arrangements und die Zusammenarbeit mit den Musikern Nierstenhöfer und Proppe macht er Ferrés Chansons für die deutsche Bühne tauglich.

(jafr)
 
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